Wohnhaus
Kuenstraße 25 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7732 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kuenstraße 25, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1900/1905, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem Vorbau, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, in der Mittelachse Dachgaupe mit Bogenverdachung, 4 Achsen, Stuckfassade in Formen des Neobarock, Eingang links mit geradem oberen Abschluß, Haustür erneuert, Fenster im Erdgeschoß mit geradem oberen Abschluß, in den Obergeschossen mit flach segmentbogigem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht), Oberlichter im Erdgeschoß z.T. geschlossen, die Fenster der Obergeschosse folgen nicht dem Segmentbogenabschluß.
Rückseite: Backstein, 3 Achsen, Treppenhausvorbau, Traufgesims. Zugang zum Hof mit segmentbogigem oberen Abschluß, Hoftür original, Fenster mit segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht).
Im Innern original erhalten: Vestibül: Terrazzoboden mit Bordure und Mittelbetonung, reiche Stuckdecke, konsolgetragener Durchgang zum Treppenhaus. Treppenhaus: im Erdgeschoß Terrazzoboden, Terrazzotreppe, geschmiedetes Stahlgeländer, Handlauf in Holz, Podeste mit Terrazzo belegt, Mittelbetonung, Wohnungseingangstüren: in den Obergeschossen dreiteilige Holz-/Glaseinbauten mit Oberlicht original erhalten.
In den Wohnungen: Holzdielenboden unter Belag, Türen und Gewände zum großen Teil erhalten, im Erdgeschoß abgehängte Decken, in den Obergeschossen in den straßenseitigen Räumen reiche Stuckdecken mit Mittelbetonung.
Der rückwärtige Garten mit Einfriedungsmauer in Backstein nach Osten und Norden ist Bestandteil des Denkmals.
Das o.g. Objekt Kuenstraße 25 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits ab 1800 nachweisbar; diese Entwicklung setzte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße gewann durch die neuen Fabrikstandorte und die zunächst in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich konzentrierende Wohnbebauung an Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße (um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und die Lutherkirche). Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und Florastraße die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus. Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.
Die Kuenstraße, eine Querverbindung zwischen Niehler- und Neusser Straße, gehört zu den stadtnahen Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Sie ist Teil des in den Jahren um die Jahrhundertwende (1895-1904) erschlossenen rasterähnlichen, in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossenen und bebauten Straßennetzes Schenkendorf-, Auer-, Gellert- und Eichstraße, wurde 1896 angelegt und bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts bebaut. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das genannte Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden Nrn. 7-29 und 20/22 und 26-40 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet und innerhalb des Ensembles unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge verschiedener Stilrichtungen mit Mittelbetonung durch Ziergiebel und Erker. Das im Kreuzungsbereich zur Niehler Straße gelegene Gebäude Kuenstraße 25 veranschaulicht mit den sich anschließenden Nachbargebäuden das ursprüngliche Erscheinungsbild des mittelständischen Mietwohnhauses. Das Gebäude zeigt eine sehr aufwendige, plastisch durchgebildete Dekoration der Fassade in Formen des Neobarock (Schmuckformen: im Erdgeschoß kräftiger Fugenschnitt, im 1. und 2. Obergeschoß plastisch ausgebildete Fensterverdachungen in Form des Karnies- und Schulterbogens, in den Bogenfeldern Kartuschen und Keilsteine, im 3. Obergeschoß flache Bogenverdachungen, profilierte Abschlüsse leiten über zum Traufgesims, Einfassung der Gebäudekanten durch Lisenen mit abschließenden figürlichen Schmuckdetails). Der Bautyp wiederholt sich in den umstehenden Wohnhäusern in geringen Variationen, wodurch die städtebauliche Bedeutung des Einzelhauses innerhalb des Ensembles besonders deutlich hervortritt.
Die weitgehende Erhaltung großer Teile des Originalzustands, die reiche Gestaltung der Fassade, der Interieurs, des Eingangsbereiches und des Treppenhauses und der Wohnräume mit qualitätvollen Stuckdekorationen deutet auf eine repräsentationsbewußte Bauherren- und Bewohnerschaft.
Das Gebäude Kuenstraße 25 ist ein bedeutendes Dokument der Stadtarchitektur und als Baudenkmal unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0