Wohnhaus
Niehler Straße 48 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8551 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Niehler Straße 48, 50733 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.07.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1907 (inschriftlich datiert) auf annähernd L-förmigem Grundriss; 4 Geschosse, 3 Achsen; ausgebautes Dachgeschoss mit zwei Gauben in den Seitenachsen und einem dreiecksgiebelbekrönten, einfenstrigen Dachhaus in der Mittelachse.
Putzfassade mit Stuckdekorationen zur Betonung der hochrechteckigen Fensteröffnungen; unter den Fenster Bänder, leere Kartuschen, leere Wappenschilde.
Erker in der Mittelachse mit abschließendem Balkon und seitlicher Stuckquaderung; profiliertes Gurtgesims zw. EG und 1. OG,
Stilähnlich modernisierte Fensterrahmen (im EG mit Rollläden).
EG auf Putzsockel, Stuckquaderung.
Durch Stuckornamente betonter Hauseingangsbereich mit einer niedrigen Stufe; Haustüre verändert.
Im Innern:
Im Vestibül inkrustierter Terrazzoboden mit farbiger Rosette, Decken- und Wandstuck; s/w Wandfliesen halbhoch.
Originale Terrazzotreppe mit hölzernem Antrittspfosten, Handlauf und Stäben.
Wohnungseingangstüren mit Glaseinsätzen original erhalten; die Oberlichte allerdings aus Feuerschutzgründen verändert. In den Wohnungen Holzdielen, Zimmertüren und Deckenstuck teilweise original erhalten.
Rückseite:
Backsteinsichtig; modernisierte Fenster; Treppenhausfenster original.
2 Gauben.
Kleiner Innenhof
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Kölner Vorort Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (d. h. eine steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätten der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Niehler Straße, dem Lauf der alten Römerstraße nach Norden folgend, ist eine alte Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil Niehl und Köln.
Stellten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einige Hofanlagen ihre einzige Bebauung dar, so begann die Verdichtung mit der industriellen Ansiedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: an der östlichen Straßenseite liegen teilweise aus der Frühzeit der Industrialisierung stammende Fabrikanlagen, z. B. jene der 1869 gegründeten Clouth Gummiwerke AG. Parallel dazu wurden zunächst hauptsächlich die südlich der Florastraße gelegenen Bereiche besiedelt.
Seit den 1880er, den 1890er Jahren und bis ins erste Jahrzehnt des 20 Jahrhunderts entstand an der Niehler Straße eine Vielzahl recht aufwendig gestalteter Wohn- bzw. Wohn- und Geschäftshäuser, von denen nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den Abrissen in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts doch noch einige, immer noch das Straßenbild prägende erhalten geblieben sind. Zu diesen gehört das wie sein unmittelbarer Nachbar Nr. 50 im Jahre 1907 entstandene und mit ihm heute zwischen zwei gestaltlosen Nachbarn eingezwängte, im Inneren und im Äußeren recht aufwendig gestaltete Haus Niehler Straße 48, so dass hier, im Kreuzungsbereich mit der Kuenstraße, zusammen mit den gegenüberliegenden Häusern Kuenstraße 29, Niehler Straße 35, 43 und 45 ein repräsentatives Ensemble bewahrt geblieben ist.
Der Erhalt des Hauses Niehler Straße 48 ist aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen erforderlich.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0