Wohnhaus

Leyboldstraße 27 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0977
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leyboldstraße 27, 50968 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.02.1982
Stadtteil Marienburg

Das Haus Leyboldstraße 27 ist laut Grevens Adressbuch 1897 für den Fabrikbesitzer Fritz Vorster als Garagen- und Dienstbotenhaus errichtet worden. Durch Grundstückteilung wurde die ehemalige Remise vom Haupthaus getrennt, so daß jetzt eine selbständige Wohnanlage entstanden ist.

Der ein- bis zweigeschossige Baukörper in verwinkelter Bauweise wird durch ein steiles Satteldach überfangen. Hauptgestaltungsmerkmal bilden die mit Schindeln verkleideten Giebel zusammen mit dem Baumaterial Backstein, dessen stilistische Eigentümlichkeiten klare, ungebrochene Flächen mit den weißen, mit regelmäßigem Sprossennetz versehenen Fenster einen reizvollen Kontrast bilden.

Das Innere ist zu Wohnzwecken umgebaut worden, wobei dem Charakter des Gebäudes mit unverputzten Klinkerwänden, Kappengewölbe und hohem Kamin in vorbildlicher Weise entsprochen wurde.

Der Garten mit altem Baumbestand und das dekorative Gitter zur Einfassung des Grundstücks tragen zu einer ästhetischen Einheit der Anlage bei.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner, im Verhältnis zur übrigen Stadt, im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der in historischen Sinn besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jahrhundert haben hier fast ausschließlich bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.

Das Haus Leyboldstraße 27 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und, wegen seiner Gesamtplanung, auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung ist der Bau u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Das Haus ist in seiner Gesamtkonzeption und Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität. Nur noch an wenigen Stellen in Marienburg ist die Einheit von verschiedenen Bauten einer Villa erhalten. Trotz der Trennung der hochherrschaftlichen Anlage ist dieser Bauteil auch in sich eine Einheit, da er mit sehr viel künstlerischem Aufwand durchgestaltet ist.

Stilistisch ist der Bau in seiner verwinkelten Bauweise mit den hohen, versetzten Giebeln als einer der frühesten Vertreter der englischen Landhausarchitektur in Marienburg anzusehen. Für den Erhalt dieses Gebäudes sprechen neben den künstlerischen auch wissenschaftliche Gründe, denn als frühem Beispiel dieser Architekturepoche gilt diesem Haus auch das besondere Interesse der Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0