Wohnhaus

Mauritiuswall 72 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0983
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauritiuswall 72, 50676 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.02.1982
Stadtteil Altstadt/Süd

Das um 1880 errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es den Ausbau des westlichen Teils der Kölner Altstadt dokumentiert. Rascher Bevölkerungszuwachs und rege Bautätigkeit durch wirtschaftlichen Aufschwung prägten wesentlich die Bauphase gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer noch vorhandene, freie Gelände wird ausgenutzt und je nach Lage mit neuen Straßenanlagen und Wohnhäusern unterschiedlicher, sozialer Bestimmung bebaut. 1881 erfolgt die vierte Stadterweiterung (Neustadt) mit nahezu völligem Abbruch der mittelalterlichen Umwallung.

Baugeschichtlich bedeutend ist das dreieinhalbgeschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß als Beispiel einer schlichten, klassizistischen Bauauffassung sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die bis auf das profilierte Gerähm der flachstichbogigen, im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß sehr hohen Fensteröffnungen sowie geraden Verdachungsgesimsen (erstes und zweites Obergeschoß) glatte Fassadenfront wird durch ein schmales Gurtgesims, Fenstersohlbankgesimse sowie ein mehrfach profiliertes Traufgesims gegliedert.

Die Rückfront des Gebäudes ist in Backstein belassen (weiß geschlämmt). Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Inneren des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch ein ornamentierter Fußboden, ein gedrechseltes, umlaufendes Geländer mit Antrittspfosten sowie eine Kellertüre erhalten.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als eines der wenigen, erhaltenen Denkmäler in diesem Straßenabschnitt (s.a. Nr. 64 und 86), die helfen, das ehemalige, historische Erscheinungsbild des Mauritiuswalls in Ansätzen zu bewahren und rekonstruierbar zu machen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0