Wohn- u. Geschäftshaus

Schaafenstraße 49 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4612
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Schaafenstraße 49, 50676 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1988
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1895 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit Werksteinfassade als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus der Neugotik sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses.

Die Fassade wird horizontal gegliedert durch ein Gurt-, sowie ein Doppelgesims mit breitem Ornamentfeld und auf bäuerliche Aktivitäten hindeutende Figuration: Wappen mit Äxten, ein Schwein, männliche Figur mit Schirmmütze und Pfeife, außerdem durch die gemauerten Kämpfer der Fenster des 1. Obergeschosses.

Strukturiert wird die Fassade durch die 2-farbige Sandsteingliederung.

Die Fensteröffnungen des auf engem Raum erbauten Objektes sind im 1. und 2. Obergeschoß eng zusammengesetzt, so daß auch von Drillingsfenstern gesprochen werden kann. Diese sind im 1. Obergeschoß flachbogig profiliert und durch pilasterartige, mit Früchten und je einer kleinen Maske geschmückten Pfeilern voneinander getrennt.

Im 2. Obergeschoß sind die mit doppeltem Kiel geschwungenen Fensterstürze mit Diensten gerahmt; das 3. Obergeschoß präsentiert sich mit einem großen kielförmigen Fenster mit gemauerten Kreuzstöcken, Diensten, Krabben und Wimperg.

Die Fenster sind ab 2. Obergeschoß in ihrer originalen Teilung erhalten. Trotz des veränderten Erdgeschosses verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Ortsgeschichtlich ist das Wohn- und Geschäftshaus ein Zeugnis für die Neubebauung der alten Straßenzüge innerhalb der ehemaligen Stadtgrenzen.

Die Schaafenstraße ist eine schon in mittelalterlichen Karten verzeichnete Straße, die vom Gebiet zwischen St. Aposteln und St. Mauritius stadtauswärts durch das Schaafen-Tor führte. Die zwischen Stadtkern und Stadtmauer vermittelnde Straße war seit dem Mittelalter aufgrund ihrer Bedeutung für die dortigen Bauern, Gärtner und Schafzüchter beidseitig bebaut. Während der Industriealisierung im 19. Jahrhundert wurden wegen der stark anwachsenden Bevölkerung der Stadt die Altstadtstraßen im Westen Kölns bis zu den Wallanlagen hin entweder erstmalig oder in neuer Weise bebaut.

Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit Haus Nr. 47 als einzige Denkmäler in dem Bereich zwischen Mauritiuswall und Balduinstraße, die das ehemalige Erscheinungsbild der Schaafenstraße in Ansätzen rekonstruierbar machen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0