Wohnhaus
Mauritiuswall 86 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6752 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mauritiuswall 86, 50676 Köln |
| Baujahr | um 1882 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.03.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Erbaut um 1882, 4 Geschosse, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den späten Klassizismus und die Renaissance, Fenster verändert, Haustür original. Rückseite mit Treppenhausrisalit, Fassade hier in Teilen backsteinsichtig (sonst verputzt), Fenster weitgehend verändert, Fenster im EG mit originalen Fenstergittern, Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Boden aus Aachener Blaustein mit hellen Marmoreinlagen, teilweise Fußleisten, Holzverkleidung am Stützbogen; im Flur Boden aus Aachener Blaustein mit hellen Marmoreinlagen, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, einige Türen (Holz).
Der Mauritiuswall, Teil der alten inneren Wallstraße, wurde nach dem einst am heutigen Mauritiussteinweg gelegenen Benediktinerinnenkloster St. Mauritius benannt. Im Zuge der nach Plänen von H. J. Stübben durchgeführten Stadterweiterung Kölns wurde größtenteils auch die Altstadtseite des Mauritiuswalls - ab etwa 1882 - bebaut. Das Haus Nr. 86 gehört zu den letzten Beispielen, die die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild an dieser Seite des Mauritiuswalls bewahren. Seine in Anklängen an den späten Klassizismus und die Renaissance gestaltete Fassade ist durch die Stockwerks- und Sohlbankgesimse sowie durch die geraden Fensterverdachungen (im 1. Obergeschoß) streng in der Horizontale betont worden. Dabei bildet das mit Fugenschnitt versehene Erdgeschoß gleichsam den Sockel. Reichere Stuckgliederungen - in Form von Girlanden - befinden sich vor allem in den Brüstungsfeldern der Fenster im 1. Obergeschoß, einst die sogenannte Beletage. Weitere wichtige Gestaltungselemente sind die schmalen profilierten Rahmungen der Stichbogenfenster. Insgesamt wird beim o. g. Objekt die für die Altstadt typische schlichte klassizistische Fassadengestaltung fortgeführt. Das o. g. Objekt ist somit, auch als eines der wenigen Gebäude der Kölner Altstadt, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben, unbedingt erhaltenswert. Es veranschaulicht noch heute den Ausbau der Kölner Altstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert und wird so, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0