Wohnhaus
Eichendorffstraße 1 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0988 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eichendorffstraße 1, 50823 Köln |
| Baujahr | 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.03.1982 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Die Anlage und Bebauung der Eichendorffstraße erfolgte im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts. Abseits der Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstanden in Neuehrenfeld reine Wohngebiete. In den letzten beiden Jahrzehnten vor dem ersten Weltkrieg wurde eine axiale Straßenführung mit verschiedenen Plätzen angelegt und mit aufwendigeren Miethäusern bebaut. Im Gegensatz zur Bebauung im südlichen Teil Ehrenfelds mit bescheidenen und einfach ausgestatteten Mietbauten für Bewohner, die in den anliegenden Industriebetrieben beschäftigt waren, wurden in dem nördlichen Gebiet schon aus standortbedingten Gründen anspruchsvollere Grundstücke für Mieter mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen architektonisch erschlossen.
Der dreigeschossige, dreiachsige Bau mit Giebelgeschoß und Risalit weist eine Stuckfassade mit feiner Fugenschrift auf. Das Erdgeschoß ist von den Obergeschossen einmal durch ein verhältnismäßig stark vorkragendes, profiliertes Gesims abgesetzt. Zum anderen ist der Fugenschnitt etwas breiter als in den Obergeschossen und imitiert in der Zone über den Fenstern eine feine Werksteinquaderung. Der dekorative Dekor der Fassade beschränkt sich auf die Fenstereinfassungen und -bekrönungen sowie auf den geschweiften Giebel, der einen besonders reichen Jugendstil-Zierat mit einer Reihe unterschiedlicher Motive (z.B. Festons, Wappenstein mit vegetabilem Schmuck, profilierte Stuckplatten) aufweist. Durch einen leicht geschweiften Austritt auf Konsolen, kräftige Festons und Schmuckplatten unterhalb und oberhalb der Fenster ist das zweite Obergeschoß betont.
Insgesamt erhält die Fassade durch ihre asymmetrische Anlage zu Seiten des Risalits (links: zwei Achsen mit zwei verhältnismäßig schmalen Fenstern; rechts: eine Achse mit einem verhältnismäßig breiten Fenster) eine optisch ansprechende Rhythmisierung.
Der künstlerisch wie handwerklich recht aufwendigen Fassadengestaltung steht die Innenausstattung des Hauses in nichts nach. Vier Marmorstufen, weiße Kacheln mit abgefaßten Kanten und dunkelgrüner Kachelung als Abschluß sowie ein reicher Stuckdekor der Wandzone, des Gewölbes und des Stützbogens geben dem Eingangsflur ein repräsentatives Gepräge. Besonders hervorzuheben sind die reichen Stuckdecken in den Räumen, u.a. mit verschiedenen Rosettenmotiven und verschlungenen Bändern.
Der Vorgarten des Hauses weist einen originalen Zaun aus Schmiedeeisen mit zwei Steinpfosten in Jugendstil auf, die den Grundstückseingang flankieren.
Ein schönes Schmiedeeisengitter schließt rückwärtig eine vor dem eigentlichen Garten des Hauses gelegene Terrasse ab, originale Schmiedeeisengitter finden sich darüber hinaus zu den zum Garten hin gelegenen Balkonen.
Die originale Bebauung der Eichendorffstraße ist einheitlich erhalten. Das Straßenbild ist geprägt von nahezu identischen Haustypen, die durchgehend drei Geschosse, drei bis vier Achsen, Risalit sowie Ziergiebel aufweisen. Jedes Haus hat dennoch seinen ganz eigenen Charakter durch leichte Varianten, etwa durch asymmetrische Fassadenanlage, wofür das vorliegende Objekt ein Beispiel bietet, sowie durch ganz unterschiedliche, dekorative Fassadengestaltung. Dadurch entsteht ein ebenso in sich abgeschlossenes wie lebendiges Straßenbild, dessen Ensemblewirkung durch Unterschutzstellung der einzelnen Objekte, abgesehen von ihrem individuellen Denkmalwert, unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0