Kath. Pfarrkirche St. Kolumba u. Kapelle Madonna in den Trümmern
Kolumbastraße 2 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1016 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Kath. Pfarrkirche St. Kolumba u. Kapelle Madonna in den Trümmern |
| Adresse | Kolumbastraße 2, 50667 Köln |
| Baujahr | 1100 bis 1199, 1400 bis 1699, 1950 bis 1956 |
| Architekt / Planung | u.a. Gottfried Böhm |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.05.1982 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Die Kirche St. Kolumba, eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt, wurde im 12. Jh über Vorgängerbauten errichtet. Unter teilweisem Abbruch zwischen 1447 und 1594 durch Seitenschiffe und Emporen erweitert wurde sie vor 1681 durch einen Chorneubau nach Osten verlängert. Nach Kriegszerstörungen erhalten: das Turmerdgeschoß, die Vorhalle, weite Teile der Umfassungsmauern, Pfeilersockel, Grüfte (teilweise gehoben), Reste von Fußbodenbelägen und Architekturfragmenten der Ausstattung, des aufgehenden Mauerwerks und der Gewölbe.
In die Ruine integriert wurde 1950 und 1956 die Kapelle ”Maria in den Trümmern” mit anschließender Sakramentskapelle. Die Marienkapelle ist eine einschiffige Saalkirche unter Wiederverwendung des Turmsstumpfes und der Vorhalle mit einem neu angefügten über die Spannweite des Saales ausgreifenden Chors auf unregelmäßigem polygonalen Grundriß. Die Sakramentskapelle fügt sich nördlich als annähernd quadratischer Raum an. Architekt: Gottfried Böhm.
Historische Ausstattung
Fußböden
Marienkapelle und Chor: Bodenmosaik, 1950 (G. Böhm)
Sakramentskapelle: Schwarzer Basalt (?), 1956
Glasfenster
Marienkapelle: Heilig-Geist-Fenster, um 1920 (Entwurf: J.Thorn Prikker 1911)
Wand des ehem. Westportals: Hl. Katharina von Siena, 1945 (Entwurf: G. Meistermann, Ausführung: W. Derix, Kaiserswerth)
Marienkapelle: 2 Fenster, 1954 (Entwurf: L. Gies, Ausführung: Fa. Oidtmann, Linnich)
Altäre
Ruine, ehem. südl. Seitenschiff: Markusaltar, 1670-93, beschädigt
Ruine, ehem. nördl. Seitenschiff: Kreuzigungsaltar, 1704 und 1736, beschädigt
St. Gereon, Langchor: Altar aus St. Kolumba, 1. Drittel 18. Jh. (J. F. van Helmont), rekonstruiert 1983
Ruine: Fragmente des Hochaltares, 1. Drittel 18. Jh. (J. F. van Helmont)
Sakramentskapelle: Tabernakelaltar, 1956/57 (G. Böhm, Günßler, Tollmann)
Marienkapelle: Hochaltar, 1950 (G. Böhm)
Plastik
Pietà, um 1400, Marienkapelle
2 Statuetten vom Sakramentshaus, um 1460, Pfarrbüro
Fragmente vom Sakramentshaus, um 1460, Diözesanmuseum Köln
Fragmente vom Sakramentshaus, um 1460, Depot Hohe Domkirche
Fragmente vom Sakramentshaus, um 1460, Römisch-Germanisches Museum Köln
2 Wappenengel, um 1466, Diözesanmuseum Köln
Anna Selbdritt, um 1470, Sakramentskapelle
sog. Trümmer-Madonna, um 1460/70 , Marienkapelle
Schlußstein mit Wappen, 15. Jh., Römisch-Germanisches Museum Köln
Kruzifix (Elfenbein), 17. Jh., Diözesanmuseum Köln
Kruzifix, 17. Jh., Pfarrbüro
2 Allegorien vom Kreuzigungsaltar, 1736, Depot Erzbistum Köln
Kruzifix, 18. Jh., Pfarrsaal
4 Engel vom ehem. Hochaltar, 18. Jh. (J. F. van Helmont), St. Gereon Köln
Fragment des Expositorium vom ehem. Hochaltar, 18. Jh. (J. F. van Helmont), St. Gereon Köln
Fragment eines Engels vom Hochaltar, 18. Jh. (J. F. van Helmont), Depot Erzbistum Köln
Hl. Joseph, 1. Drittel 18. Jh., Diözesanmuseum Köln
Hl. Josef mit dem Jesusknaben, 18. Jh. (?), St. Peter Köln
Stehende Muttergottes mit Kind, 18. Jh., St. Peter Köln
Muttergottes mit Kind, 18. Jh., Pfarramt
Figur Herz-Jesu, 19. Jh., beschädigt, Ruine
2 Fragmente der Hl. Kolumba, 19. Jh., Ruine
Hl. Antonius von Padua, 1943 (?) (E. Mataré), Marienkapelle
Reliefs mit Kreuzwegstationen, 1956/57 (R. Peer), Sakramentskapelle
Plastik der Hl. Kolumba mit dem ären, 1956/57 (G. Böhm), Portal, aussen
Gemälde
Christi Geburt, um 1600, Diözesanmuseum Köln
Porträt der Gertrud Gerking Lemgovius, 1622, Diözesanmuseum Köln
Portät des Johannis Gerking Lemgovius, 17. Jh., Diözesanmuseum Köln
Porträt des Kanonikers Henricus Huiff, 1630, Diözesanmuseum Köln
Porträt des J.Joannis Filius, um 1660, Diözesanmuseum Köln
Porträt des P. Wilhelmus Engelbertus ab Heimbach, 1663, Diözesanmuseum Köln
Gemälde mit fünf Pfarrern, 1691, Diözesanmuseum Köln
22 Pastorenporträts, 17.-20. Jh., Diözesanmuseum Köln
Grabdenkmäler
2 fränkische Grabsteine, Römisch-Germanisches Museum Köln
Bronzeplatte der Gruft von Geyr, spätgotisch, Römisch-Germanisches Museum Köln
Fragmente des Epitaphs Rinck, Wasservas und Rotkirchen, 1541, Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Restaurierungswerkstatt Brauweiler
Grabinschrift aus der Gruft Lemgovius, 16. Jh., Römisch-Germanisches Museum Köln
Fragment einer Grabplatte eines Johann, 16. Jh., Ruine
Fragmente einer Grabplatte einer Familie, 16. Jh., Ruine
Grabplatte des Alexander von der Ehre u.a., 16. Jh., Ruine
Fragment der Grabplatte von Johann Rosendall, 1613, Ruine
Fragment einer Grabplatte von 1616, Ruine
Grabplatte einer Beatrix u.a., um 1600, Ruine
Fragment einer Grabplatte von 1673, Römisch-Germanisches Museum Köln
Fragmente der Grabplatte von Johannes Knippertz (+1684), Ruine
Gedenktafel des Maximilian Hei rich von Nesselrode, 1699, Ruine
Fragmente der Gedenktafel der Lutgardis (Anna?) Steckia, 1699, Ruine
Fragment einer Grabplatte, als Grufteinfassung umgearbeitet, 16./17. Jh., Ruine
2 Grabplatten mit Medaillons, 16./17. Jh., Ruine
Fragment einer Grabplatte mit Halbmondrelief, 16./17. Jh., Ruine
Fragment einer Grabplatte mit Darstellung eines Kelches, 16./17. Jh. (?), Ruine
Grabplatte eines Ehepaares, 16./17. Jh., Ruine
Grabplatte Borchard von Berch, 16./17. Jh., Ruine
Grabplatte Mattheas Haene und Martta von Eußkirchen (?), 17.Jh., Römisch-Germanisches Museum Köln
Fragment der Grabplatte Elisabeth Lützenkirchen und Pitter Böttgens, 17. Jh., Ruine
Grabplatte mit segnender Hand, 17. Jh., Ruine
Fragment der Grabplatte von Lucia von Thoer u.a., 17. Jh., Ruine
Grabplatte des Henricus Coffräus (?), 17. Jh., Ruine
Grabplatte der Fam. von Widenbruck, 17. Jh., Ruine
Fragmente des Epitaphs des Joh. Jakob Wissius (1619-1688), 17. Jh., Ruine
Inschrifttafel der Priestergruft, 1702, Römisch-Germanisches Museum Köln
Fragmente eines Epitaphs verschiedener Familien, 1708, Ruine
Fragment einer Grabplatte mit Hausmarke, 17./18. Jh., Ruine
2 Fragmente der Grabplatte des Hermann Demen, 17./18. Jh., Ruine
Grabplatte von Hermann Demen und Gertrud Dulmans, 18.Jh., Ruine
Fragment der Grabplatte der Fam. Fedderhendt, 18. Jh., Ruine
2 Fragmente der Grabplatte Koch, 18. Jh., Ruine
Weitere Ausstattung
2 Altarmensen, beschädigt, Ruine
Taufbecken, um 1550, Marienkapelle
2 Reihen eines Chorgestühls, 16. Jh., St. Maria vom Frieden Köln
6 Fragmente des Lehrpults von Caspar Ulenberg, in eine Wandvertäfelung eingebaut, 1612, St. Maria vom Frieden Köln
Stuhl von Caspar Ulenberg, 1612, Marienkapelle
Altarinschrift des Katharinenaltares, 1658, beschädigt, Ruine
Kanzel mit Schalldeckel, um 1710, Depot Erzbistum Köln
Hl. Michael vom Schalldeckel der Kanzel, um 1710, Depot Erzbistum Köln
Beichtstuhl, 1711, St. Maria in der Kupfergasse Köln
25 Baluster der Kommunionbank, 1727 (J. F. van Helmont), Depot Hohe Domkirche Köln
Fragmente des Orgelgehäuses, 1759 (J. Appel), Depot Hohe Domkirche Köln
Gitter, 18. Jh., zwischen Marien- und Sakramentskapelle
Tabernakel, 1956 (E. Treskow), Sakramentskapelle
1 Beichtstuhl, 1956/57, Sakramentskapelle
Ampel, 1950er Jahre, Sakramentskapelle
Schatz
Schreinreliquiar, um 1220/30, Domschatzkammer Köln
Vortragekreuz, um 1400, Domschatzkammer Köln
Monstranz, um 1400, Domschatzkammer Köln
Reliquienmonstranz, um 1450, Domschatzkammer Köln
Monstranz, 16. Jh., Sakristei
Ziborium, um 1650, Domschatzkammer Köln
Ziborium, 17. Jh., Domschatzkammer Köln
2 Vasen, um 1800, Domschatzkammer Köln
2 schmiedeeiserne Arme mit Vasen, Hohe Domkirche Köln
Bestandteil des Denkmals sind auch die übrigen, im Besitz der Kirchengemeinde befindlichen liturgischen Geräte, Reliquiare, Gemälde, Skulpturen, Architekturfragmente, Grabmäler und Teile davon, Grabbeigaben, Sargteile und -beschläge, Textilien, Bodenfliesen und historischen Ausstattungsstücke für die auf das Karteikarteninventar beim Stadtkonservator und das Inventar des Römisch-Germanischen Museums unter Grabung St. Kolumba 74.3 verwiesen wird sowie auf folgende Publikationen:
Paul Clemen, Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln., Bd. I, Düsseldorf 1916; Christoph Bellot, St. Kolumba, in: Colonia Romanica X/1995.
Außerdem werden alle ortsfesten Bodendenkmale einbezogen, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind.
St. Kolumba (Ruine und Kapellen) ist ein Baudenkmal im Sinne von §2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Die o.g. historischen Ausstattungsstücke sind Teil des Baudenkmals im Sinne von §2 Abs. 2 des DSchG NW. Sie bilden mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert. Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0