Wohn- u. Geschäftshaus

Heumarkt 62 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1088
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Heumarkt 62, 50667 Köln
Baujahr1776
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.08.1982
Stadtteil Altstadt/Nord

Das viergeschossige "Haus Päffgen" hat auf der Hauptschauseite zum Heumarkt zwei, aus der Seite zur Salzgasse drei Achsen. Die Fenster sind werksteingefaßt und im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß stichbogenförmig mit Schlußsteinmotiv in Rocailledekoration. Blickpunkt sind Türe und Türfassung zwischen den beiden Achsen auf der Frontseite. Hohldecken mit Rocailledekor enden in Konsolen, die eine Attika tragen.

Das ehemals dreigeschossige Gebäude wurde 1776 für den Kaufmann Sebastian Blotzheim im Rokokostil gebaut. Heute noch sichtbar ist die über Erdgeschoß und erstes Obergeschoß reichende, abgerundete Ecke aus Werkstein, die so dem Haus eine Blickverbindung zur Salzgasse gibt und Heumarkt und Eingang zur Salzgasse miteinander verbindet.

Das in den beiden unteren Geschossen mit Fenstern, Mauerankern und Eingangstüren erhaltene Haus ist ein Beispiel für den späten Rokoko, der sich vorwiegend auf die Gestaltung der Eingangssituation beschränkt, die Verteilung der Fenster und ihre Ausführung wirken streng und schon fast klassiziotisch. Von kunsthistorischem Interesse sind ebenfalls die später als denkmalpflegerische Maßnahmen vorgenommenen Umbauten. Vermutlich aus Gründen einer besseren Raumnutzung, zur Gewinnung eines Flurs in den hinteren Teil des Hauses, war die Türe irgendwann zwischen 1800-1930 in die linke Achse versetzt worden, das Gebäude und die Attika blieben allerdings in der Mittelachse bestehen.

Während der "Gesundungsmaßnahmen im Martinsviertel" in den dreißiger Jahren wurde die Türe wieder in die Mittelachse gelegt und das Holzwerk vermutlich stilrichtig erneuert, da die Türe der Seitenachsen zu schmal für die breitere Mitteltüre war. Das Dachgeschoß wurde ausgebaut und erhielt zwei Mansardenfenster.

Nach dem Krieg blieben nur das Erdgeschoß und erste Obergeschoß erhalten, Anfang der 60er Jahre wurde das Haus um zwei Geschosse aufgestockt, wobei die Fenster in der Materialverwendung denen der unteren Geschosse angeglichen wurden.

Das in seinem Grundcharakter erhaltene Haus bildet eine markante Eingangssituation ins Martinsviertel. Von der Frankenwerft aus bietet es einen Blickpunkt durch die Salzgasse, vom Heumarkt aus ist es ein Relikt der Bebauung des 18. Jahrhunderts. Das Rokokohaus, als Beispiel der hohen, schmalen Bebauung des Martinsviertels, gilt auch als Beispiel des Versuchs einer Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands in den dreißiger Jahren, die zur Aufwertung des Martinsviertels führen sollte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0