Wohn- u. Geschäftshaus
Heumarkt 56 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6972 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Heumarkt 56, 50667 Köln |
| Baujahr | 1938 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Wiederaufbau 1952 von Architekt Wilhelm Hartmann im wesentlichen in der Form des Vorkriegsbaues (1938 von Architekt Peter Prevoo erbaut) unter Wiederverwendung der erhaltenen Teile (Kellergeschoß unter vorderer Teil des Erdgeschosses); 6 Geschosse, 4 Achsen; Putzfassade mit Werksteingliederungen, EG und Zwischengeschoß in Werkstein verkleidet; Fensteröffnungen in den Obergeschossen und im EG mit Segmentbogenabschluß, 2 Okuli im obersten Geschoß; Gaststätte im EG; steiles, schiefergedecktes Walmdach; originale Fenster (außer im EG), 2 Haustüren (Tür zur Gaststätte verändert). Rückfront am Eisenmarkt (hintere Flucht mit dem Nachbarhaus Nr. 54 abschließend): 5 Geschosse, 3 Achsen; mittige Walmgaube; eingeschossiger Bauteil im Winkel. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die das Grundstück rückwärtig begrenzende Mauer. Im Inneren denkmalpflegerisch relevant: Terrazzoboden (im Eingangsbereich), Terrazzotreppe mit Metallstäben und Holzhandlauf, Wohnungstüren.
Das Martinsviertel, ehemals als "Rheinviertel" bezeichnet, entwickelte sich seit dem 11./12. Jahrhundert zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsviertel, geprägt von relativ hohen Kaufmannshäusern an engen Gassen und Marktflächen um Groß St. Martin. Das im Bereich der Ostseite des Heumarkt gelegene o. g. Gebäude wurde 1938 im Rahmen der schon vor 1930 geplanten und in den 30er Jahren durchgeführten Sanierung des Martinsviertels ("Altstadtgesundung") von dem Architekten Peter Prevoo errichtet. Der mit einer Stuckfassade in reichen Renaissanceformen ausgestattete Vorgängerbau sollte ursprünglich nur umgebaut werden, wobei eine Grundrißänderung zur besseren Raumaufteilung führen sollte. Schließlich entschied man sich doch für den vollständigen Abbruch, der Ende 1937 ausgeführt wurde. Bei dem kurz darauf auf L-förmigem Grundriß errichteten Neubau wurde dem Grundstück die Fläche der hier auf den Heumarkt mündenden Tipsgasse zugeschlagen. Die architektonische Gestaltung des Hauses Nr. 56 orientiert sich mit der Putzfassade, den stichbogigen Abschlüssen der Öffnungen, den Werksteingliederungen und dem charakteristischen Kölner Dach an der in diesem Kölner Altstadtbereich ursprünglichen Bebauung. Nach Kriegszerstörung wurde das Gebäude 1952 von dem Architekten Wilhelm Hartmann im wesentlichen in der Form des Vorkriegsbaues wiederaufgebaut, wobei das erhaltene Kellergeschoß und Teile des Erdgeschosses wiederverwendet werden konnten. Auch wenn es sich bei o. g. Gebäude demnach um einen Wiederaufbau der 50er Jahre handelt, veranschaulicht es - zusammen mit dem kurz zuvor "sanierten" Nachbargebäude Nr. 54 - die Altstadtsanierung der 30er Jahre mit ihrer charakteristischen Architekturauffassung und ist darüber hinaus auch als integraler Bestandteil des Ensemblebereichs Martinsviertel unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0