Wohn- u. Geschäftshaus

Heumarkt 60 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6241
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Heumarkt 60, 50667 Köln
Baujahr1936
Architekt / PlanungKarl Band
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.10.1991
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1936, Architekt Karl Band; Instandsetzung nach Kriegszerstörungen 1948/49 (K. Band); 4 Geschosse, 5 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben (1970/71 in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand wiederaufgebaut), schiefergedecktes steiles Walmdach, Tordurchfahrt zum Ostermannplatz, Putzfassade mit Werksteingliederungen (Torbogen an der Salzgasse mit Rokoko-Kartusche), EG weitgehend verändert (ursprünglich Eingangstür und großes Fenster an der Seite zur Salzgasse; im Bereich der Durchfahrt Fassadengliederung ehemals nur durch die Tür- und Fensterumrahmungen), Fenster und Türen verändert. Rückseite durch Erweiterung des Gebäudes zum Ostermannplatz hin weitgehend verändert; Fenster bis auf die weitgehend originalen Werksteingewände verändert. Inneres weitgehend verändert.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist die rückwärtige Erweiterung des gesamten Baukörpers (u. a. durch Loggien) sowie der rückwärtig anschließende 2geschossige Anbau mit steilem Walmdach (Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen 1970/71 durch H. Schilling).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Martinsviertel, ehemals als "Rheinviertel" bezeichnet, entwickelte sich seit dem 11./12. Jahrhundert zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsviertel, geprägt von relativ hohen Kaufmannshäusern an engen Gassen und Marktflächen um Groß St. Martin. Das im Bereich der Nordseite des Heumarkts gelegene o. g. Gebäude wurde 1936 im Rahmen der schon vor 1930 geplanten und in den 30er Jahren durchgeführten Sanierung des Martinsviertels ("Altstadtgesundung") von Karl Band als kompletter Neubau errichtet. Während die Fassade des Vorgängerbaus noch direkt an die des Nachbarn (Nr. 62) anschloß, also direkt am Heumarkt lag, befindet sich das o. g. Objekt bereits in der Flucht der Salzgasse, die das Nordende des Heumarkts mit dem Fischmarkt und dem Rheinufer verbindet. In den 30er Jahren erfolgte eine Änderung der Fluchtlinien an der Salzgasse, um deren Einmündung am Heumarkt zu verbreitern. Dies führte beim o. g. Gebäude zur neuen, nun vom Heumarkt etwas abgerückten Lage.

Die architektonische Gestaltung des Hauses Nr. 60 orientiert sich mit der Putzfassade, den Werksteinrahmungen der Fenster und dem steilen, schiefergedeckten Walmdach an der in diesem Kölner Altstadtbereich ursprünglichen Bebauung. Einen besonderen Akzent setzt hierbei die Durchfahrt zum - damals neu angelegten - Ostermannplatz, wobei am Torbogen eine Rokoko-Kartusche mit dem Relief des Hl. Laurentius (aus Museumsbesitz) angebracht wurde. Nach verhältnismäßig geringfügigen Kriegszerstörungen wurde das Gebäude bereits 1948/49 durch K. Band wieder instandgesetzt, erhielt aber erst im Rahmen einer umfassenden Umgestaltung durch H. Schilling zu Beginn der 70er Jahre ein neues, am ursprünglichen Zustand angelehntes steiles Walmdach. Das o. g. Gebäude, das eine markante Eingangssituation ins Martinsviertel bildet, wird somit, auch als integraler Bestandteil eines zusammen mit seinem Nachbargebäude Nr. 62 gebildeten Ensembles, zum unverzichtbaren Dokument. Gleichzeitig ist es, trotz einiger Veränderungen, ein wichtiges Zeugnis für die Sanierung dieses Viertels in den 1930er Jahren.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0