Wohnhaus

Thürmchenswall 81 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1185
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Thürmchenswall 81, 50668 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.11.1982
Stadtteil Altstadt/Nord

1903 erbaut, vier Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit neuen Gauben, Dachzone verändert, fünf Achsen, flache Wandvorlage in der linken, breiteren Fensterachse, dort korbbogenförmige Toreinfahrt, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil mit Anklängen an den Barock, Erdgeschoß rustiziert. Fenster teilweise original, Haustüre mit Oberlicht verändert, zweiflügeliges Holztor und sprossiertes Oberlicht original.

Im Inneren original erhalten: Im Flur schwarzweißer Fliesenboden, Decken- und Wandstuckierungen, Profilierung der Wand in der Sockelzone, profilierter Rahmen und Oberlicht einer ehemaligen Durchgangstüre zum Treppenhaus, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, Treppenpodeste in schwarz gerahmtem Terrazzo, Profilleiste auf halber Wandhöhe, im ersten und zweiten Obergeschoß und auf den jeweils darüber liegenden Treppenpodesten Hohlkehlen an den Decken, Wohnungseingangstüranlage (erstes Obergeschoß), im ersten Obergeschoß zahlreiche Zimmertüren.

Rückseite: Putz- bzw. gelbe Klinkerfassade, eine Wand backsteinsichtig, seitlicher Anbau über L-förmigem Grundriß, Wandöffnungen mit Segmentbogen, Fenster stellenweise original, neue Balkone. Dachzone verändert, neue Gauben, ein neuer Dacherker.

Nicht zum Denkmal gehört: Eingeschossiger Anbau im kleinen Hof.

Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 von ihm ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Der Thürmchenswall, an dem sich das o.g. Objekt befindet, war Teil der alten, inneren Wallstraße und reicht vom Eigelstein bis zum Konrad-Adenauer-Ufer. Seine mit ungeraden Hausnummern versehene Neustadtseite wurde ziemlich einheitlich um 1897-1900 bebaut. Das Gebäude ist ein wichtiger, integraler Bestandteil dieses noch teilweise erhaltenen Straßenzugs, der gesäumt wird von meist breit gelagerten, vierachsigen Häusern. Als einziges, erhaltenes, historisches Gebäude verfügt es über fünf Achsen, wobei die linke verbreitert und durch schmale, dreiteilige Fenster über einer Hofeinfahrt besonders betont wird. Am Ende des Thürmchenswall stellt es so einen markanten Blickfang dar. Baukünstlerisch reiht es sich in die weitgehend erkerlose, streng gegliederte Fassadengestaltung der Häuser des Thürmchenswall ein; die an dieser Fassade überwiegenden, flacheren Jugendstil-Elemente kontrastieren jedoch mit dem reichen Dekor der Neurenaissance und der Neugotik der übrigen Häuser. Das Haus Nr. 81 dokumentiert somit die späte Ausbauphase des Thürmchenswall und trägt bei zum Verständnis der abwechslungsreichen Gründerzeit-Architektur. Auch in dieser Hinsicht wird das o.g. Gebäude zu einem unverzichtbaren Dokument der Kölner Neustadtbebauung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0