Wohnhaus

Konrad-Adenauer-Ufer 65 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3555
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Konrad-Adenauer-Ufer 65, 50668 Köln
Baujahr1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1986
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlung- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinug dokumentiert es die Bebauung des zur Kölner Neustadt gehörenden Straßenabschnitts Konrad-Adenauer-Ufer im Jahre 1900. Die 1881 nach Plänen von Hermann-Joseph Stübben begonnene Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland, deren Ausbau in Weiterführung der Bautradition im wesentlichen bis 1914 abgeschlossen war, wofür auch das Haus Konrad-Adenauer-Ufer 65 ein zutreffendes Beispiel ist. Der durch Vorgarten mit originaler Einfriedung vom Bürgersteig getrennte Bau weist sich als 3achsiges, 4geschossiges, mit Souterrain und Giebelgeschoß (kriegsbeschädigt) versehenes Wohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifenterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Fassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist seine baukünstlerische Gestaltung, die sich besonders in der Straßenfassade, einer Backsteinfassade mit Werksteingliederung, äußert. Sie zeigt axialen Aufbau und unsymmetrische Ordnung, die auf ungleichmäßigem Achsenabstand beruht und durch Erker sowie Giebelbekrönung akzentuiert wird. Ein Balkon/drittes Obergeschoß bildet den Abschluß der rechten Außenachse. Werkstein als Gestaltungsmittel ist zur Rahmung der Wandöffnungen, als Eckquaderung und für Zierglieder verwendet worden. Fensterrahmung und -sturzfelder, Haustür-Sturzfeld, Erkeransatz, Traufgesimsfries sind die Ansatzstellen des floralen Dekors. Von der originalen Austattung sind vorhanden: Haustür, Marmorausstattung und Deckenstuck im Eingangsbereich, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Wohnungs- und Zimmertüren, teilweise Stuckdecken in den Wohnungen.

Städtebaulich bildet das Haus mit den fast zeitgleichen Gebäuden Nr. 67, 71 und 73 sowie dem mittelalterlichen "Weckschnapp"-Turm ein historisches Straßenensemble, das in seiner Bauqualität und stilistischen Vielfalt maßgeblich das Rheinuferpanorama zwischen Thürmchenswall und Theodor-HeussRing im Erscheinungsbild dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0