Wohn- u. Geschäftshaus
Landmannstraße 25 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1286 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Landmannstraße 25, 50825 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.01.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das um 1905 errichtete Wohnhaus auf dem Grundstück Landmannstraße 25 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das stattliche Gebäude im Kern des aufgrund privater Initiative seit 1900 entstehenden Ortsteils Neuehrenfeld als Dokument ausgeprägten Bauherren- und Bürgerstolzes und hoher baukünstlerischer Ansprüche (selbst die rückwärtige Fassade des Hauses ist ornamental gestaltet) der Erstbewohner. Die qulitätvolle Architektur orientiert sich an stadtkölnischen Vorbildern und charakterisiert die ruhigen Wohnstraßen, Alleen, Plätze und Einkaufsstraßen als gutbürgerliche, geplante - und nicht aus altem Ortskern erwachsene - Stadterweiterung Kölns, die um 1914 im wesentlichen abgeschlossen war.
Die baukünstlerische Qualität des Hauses wird zur Straße hin zunächst in der aufwendigen Gestaltung der stuckgegliederten Backsteinfassade faßbar. Sie spricht aber auch aus der Verzierung der rückwärtigen Fassade, der aufwendigen Ausschmükkung von Hausflur und Treppenhaus sowie des Holzwerks der Wohnungstüren (teilweise erhalten).
Die Hauptfassade des dreigeschossigen, vierachsigen, satteldachgedeckten Gebäudes mit hohem Dach-Erker ruht optisch auf einem kräftig quadrierten Erdgeschoß über durchlaufendem, profiliert abgesetzten Sockel mit eingeschnittenen Kellerfenstern. Waagerechte Hauptgliederungen des aufgehenden, gelblichen Backstein-Mauerwerks sind die beiden plastisch vortretenden, nicht unterbrochenen Sohlbankgesimse sowie das Kämpferband der beiden Hauptetagen und das angedeutete Konsol-Hauptgesims. Der vertikale Hauptakzent wird gebildet durch die erkerartige Zusammenfassung der eng zusammen gestellten und gemeinsam verdachten, mittleren Fensterachsen sowie den zweiachsigen Dach-Erker mit Bogenfenstern und Bogengiebel mit gestaltetem Tympanon.
Dekor-Details der (heute entstellend erneuerten) Fenster im Stil der Neurenaissance: Profilierte Rahmungen, beschlagwerkartige Brüstungsfelder im ersten Geschoß und am Blenderker, Verdachungen bogen- oder dreieckförmig und gerade, am Erker mit Muschelfüllung. Zum Hausflur die originale Türe.
Die rotbraune, rückwärtige Backsteinfassade ist geschmückt mit untereinander verbundenen, aus gelben Ziegeln eingelegten Zierbögen über den (noch weitgehend originalen) Stichbogenfenstern - seltener Fall einer dekorativ gestalteten Hausrückseite. Neben den beiden originalen Vor- bzw. Anbauten (Treppenhaus, Toilette sowie Zimmer) neuere Lagerräume für Kleinhandwerk.
Im Hausflur sind erhalten:
Originaler, ornamentierter Terrazzo-Fußboden, stuckierte Decke mit Stützbogen sowie Wandfliesen (grün und weiß) mit kräfigem, klassizistischen Abschlußprofil (Kugel- und Rillenfries mit Blattstab). Darüber in neuerem Putzfeld zwei gemalte, kreuzartig ausladende Jugendstil-Ornamente mit Pfeilen und zentralen Rundbildern (Landschaft und Seestück).
Erhalten sind die originalen Stein- und Terrazzotreppen mit gedrechselten Geländerstäben und mehreren, klassizistischen Antrittspfosten, desgleichen einige der originalen, kassettierten Wohnungstüren.
Wenn auch die Grundriß-Struktur durch neue Wohnungsaufteilung im Detail verändert sein sollte, so ist doch das gesamte Gebäude als im wesentlichen erhaltene, historische Einheit anzusehen und als solche schützenswert. Bedeutend für die Geschichte der Bewohner des Ortsteils, wissenschaftlich und künstlerisch wertvoll ist ja nicht nur die Fassade, sondern ist das Haus selbst, seine Ausstattung und Aufteilung, seine Gesamterscheinung.
Von städtebaulicher Bedeutung ist das Gebäude als Teil eines Ensembles von gut erhaltenen Häusern der Erstbebauung Neuehrenfelds (Nr. 15 - 33, gegenüber Nr. 22, 34). Innerhalb dieses Ensembles bietet das Gebäude einen besonderen Blickfang durch seine aufwendige Fassadengestaltung und Farbwirkung. Es ist ein wertvolles Denkmal ästhetischer Wertvorstellungen und historischer, städtebaulicher Konzeption (geschlossene Straßenbebauung, weitgehend gleiche Traufhöhe, herausgestellte Individualität des Einzelhauses u.a.) in einem in wenigen Jahren entstandenen Ortsteil.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0