Wohnhaus

Vorgebirgstraße 23 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1361
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Vorgebirgstraße 23, 50677 Köln
Baujahr1891
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.03.1983
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln und für die Neustadt als Stadtteil Kölns, da es die Erstbebauung des Geländes unmittelbar vor der Altstadtgrenze dokumentiert. Diese erste Stadterweiterung, die nach Plänen von Josef Stübben erfolgte und der die Beseitigung der Altstadtmauern vorangegangen war, ließ die Neustadt entstehen, die sich halbkreisförmig um die Altstadt legte. Die Vorgebirgstraße (ehemalige Brühler Straße) bildete in der Neustadt-Struktur eine der von den Altstadtzonen strahlenmäßig ausgehenden Ausfallstraßen und zugleich die südliche Volksgartengrenze und wurde als eine repräsentative Alleestraße mit Vorgärten konzipiert. Von 1890 - 1903 entstanden hier Miethäuser für eine Bevölkerung mit gehobenen Wohnansprüchen.

Das dreigeschossige Haus mit Souterrain wurde 1891 errichtet. Es stellt eine neustädtische Variante des typischen, altstädtischen Dreifensterhauses aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Die horizontale Gliederung der Stuckfassade in einer hohen Sockelzone (Rauhputzbänderung, zwei große Fenster mit Ziergitt4ern), ein Untergeschoß (Glattputzbänderung, zwei Fenster und Eingang mit Schlußsteinen), die durch je ein schmales Gurtgesims erfolgt, ist durch die Betonung der Mittelachse in den Obergeschossen zugunsten des Vertikalen aufgehoben. Ein Ziererker im ersten Obergeschoß, der von zwei Zierkonsolen getragen wird, bildet ein aegikulaähnliches Motiv um das breite Mittelfenster und gleichzeitig den Boden eines Zierbalkons (mit Balustrade) im zweiten Obergeschoß, der ursprünglich mit breiten Fenstern und Balkontüre die Betonung der Mittelachse wiederholte. Fenstergewände und -verdachung (Dreieckgiebel mit Muschelmotiv) im ersten Obergeschoß und einfachere Fensterbekrönung im zweiten Obergeschoß verstärken, gemeinsam mit einem breiten Kranzgesims und einfacher Bänderung der beiden Obergeschosse, den repräsentativen Charakter der Fassade, deren Gestaltung sich am Stil der italienischen Renaissance orientiert. Eine Wiederholung des Aedikula-Motivs befindet sich auch am Eingang (als Portal- und Türrelief), der die Sockel- und Untergeschoßzone verbindet und mit einem rechteckigen Oberlicht (vorgeblendet durch einen Rundgiebel) versehen ist.

Ein kleiner Vorgarten sowie ein Altar-Anbau mit Schmiedeeisengitter als Balkongeländer auf dem Dach im zweiten Obergeschoß an der Rückfront vervollständigen das äußere Bild des Gebäudes.

Im Hausinneren sind es eine breite Marmortreppe mit Holzgeländer, der Terrazzofußboden im Eingangsflur sowie eine zweiteilige Wohnungs- und eine Balkontüre im zweiten Obergeschoß und Fenster (erstes und zweites Obergeschoß), die zum originalen Ausstattungsbestand des Gebäudes gehören.

Das Haus Nr. 23 ist (zusammen mit den Häusern Nr. 21, 13, 5 und 3) ein Dokument der ersten Phase des geplanten Ausbaus dieser Alleestraße (1890 - 1895) und somit von besonderem städtebaulichen Wert. Gemeinsam mit dem Nachbarhaus Nr. 21 ist es als eine Doppelhausgruppe konzipiert, deren beide Teile in Maß und Gliederung miteinander korrespondieren, jedoch einzeln individuell ausgestaltet sind. Das Gebäude muß durch die Unterschutzstellung in seiner gesamten Struktur erhalten bleiben, da es eines der leider selten erhaltenen Dokumente der ursprünglichen Neustadtbebauung darstellt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0