Wohnhaus

Vorgebirgstraße 27 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1863
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Vorgebirgstraße 27, 50677 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.11.1983
Stadtteil Neustadt/Süd

Um 1904 errichtetes Wohnhaus mit fünf Geschossen und drei Achsen sowie einer Backsteinfassade mit Werksteingliederungen. Die Mittelachse stellt durch ihre Breite und vielfältige Gestaltung die Dominante dar: Über den beiden rechteckigen Mittelfenstern des Souterrains mit originalen Fensterläden ist vor die rundbogigen Hochparterre-Fenster ein Balkon gesetzt; im ersten Obergeschoß ist die Mittelachse als Rechteck-Erker mit Fenstern in Tudor-Bogen- bzw. Spitzbogenform gestaltet, im zweiten Obergeschoß als trapezförmiger Erker mit Fenstern, die durch Werkstein-Fensterteilungen in einen unteren Abschnitt mit flachbogenförmigem Abschluß und Oberlichter in Korbbogenform untergliedert sind. Ein aufgesetzter Balkon im dritten Obergeschoß und ein breites Korbbogenfenster schließen die Mittelachse nach oben hin ab. Auch die Außenachsenfenster weisen in jedem Geschoß unterschiedliche Formen auf, korrespondieren jedoch - vor allem durch die Gestaltung der Werkstein-Einfassungen - mit den Fenstern der Mittelachse. Die in Werkstein ausgeführten Zierelemente sind überwiegend gotisierend (Maßwerkfriese im zweiten Obergeschoß unter dem Erkerfenstergesims und über dem Erkerfenster; Konsolen des Balkons im Hochparterre und des Erkers zum ersten Obergeschoß in Maßwerkform).

Die mit Beschlagwerk geschmückte Haustüre in der linken Achse ist in ursprünglichem Zustand; der Hausflur ist bis zum Hochparterre mit Marmorfußboden, Marmortreppe und keilförmig auslaufenden Marmorwänden ausgestattet, die Flurdecke ist gewölbeartig stuckiert. Der rückwärtige Flurteil ist durch eine Säule und zwei darauf verankerte Rundbögen zweigeteilt; dahinter führt auf der rechten Seite eine Holztreppe mit -geländer und -lauf zu den Obergeschossen. Flurfenster und Wohnungsabschlüsse sind original. In den Wohnungen sind einige Zimmertüren und zum Teil farbig gefaßte Holz- bzw. Stuckdecken in ursprünglichem Zustand.

Das Objekt zeichnet sich vor allem durch die abwechslungsreiche und ausgewogene Gestaltung der in Jugendstil mit gotischen Zierelementen errichteten Fassade sowie durch die qualitätvollen, originalen Details im Hausinneren (Boden-, Wand- und Deckengestaltung im Flur, Wohnungsabschlüsse und Treppe zu den Obergeschossen, Stuckdecken und Zimmertüren in den Wohnungen) aus. In diesem Abschnitt der Vorgebirgstraße (zwischen Vondelstraße und Volksgartenstraße) sind die Häuser Nr. 13, 21 und 23 sowie das Objekt Nr. 27 in ursprünglicher Form erhalten. Durch die allen Häusern dieses Straßenabschnitts vorgelagerten Vorgärten werden diese Altbauten räumlich miteinander verbunden und zu einer städtebaulichen Einheit zusammengefaßt.

Das Objekt ist ein Dokument für die ursprüngliche Bebauung der Alleestraße, die im Rahmen des ab 1881 von H.J. Stübben zur Ausführung gebrachten Neustadtplans angelegt wurde.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0