Pfarrhaus

Braugasse 31 · Lövenich

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1400
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrhaus
Adresse Braugasse 31, 50859 Köln
Baujahrum 1860
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 12.04.1983
Stadtteil Lövenich

Bei dem Objekt (früher Kirchgasse 3; Pfarrhaus der Gemeinde St. Severin Lövenich) handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Gebäude, das in seinem Kern wohl in das 18. Jahrhundert zurück reicht (evtl. Kellergewölbe, Fachwerk), ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Lövenich. Als Ort mit Kirche bereits in Urkundenabschriften ottonischer Zeit erwähnt, ging 1361 in den Besitz der Kölner Johanniter-Niederlassung St. Johann und Cordula über. Neben der Kirche bestand Lövenich aus mehreren, in sich geschlossenen Hofanlagen, die nach der Säkularisation 1802 in private Hände übergingen. 1763 (oder 1765) wurde Lövenich von einem Brand heimgesucht, bei dem u.a. die Kirche St. Severin beschädigt und das Pfarrhaus gänzlich zerstört wurde. Die Baugeschichte der Kirche läßt sich auch anhand der vorhandenen Substanz verhältnismäßig exakt nachvollziehen (Kernbau 12. Jahrhundert, Chor 1857/58 von dem Frechener Baumeister - E.?. - Weyden, wohl nach Plänen von E. Fr. Zwirner).

Dem gegenüber liegt die Geschichte des Pfarrhauses weitgehend im Dunkeln. Ob sich bei dem heutigen Gebäude im Kern noch der Pfarrhaus-Neubau von nach 1763/65 erhalten hat oder ob es sich bei der älteren Substanz des Hauses (Fachwerk, evtl. Kellergewölbe) um die Relikte eines Baus mit anderer Nutzung handelt (vielleicht Absteig-Quartier des Johanniter-Ordens), wäre anhand einer eingehenden Untersuchung zu klären.

Das zweigeschossige, vierachsige Gebäude mit zwei seitlichen Anbauten weist eine schlichte Backsteinfassade auf. An den Wohntrakt schließen seitlich zwei Anbauten an, die als Ziegenstall und Kohlendepot genutzt wurden. Zudem ist der Anlage ein freistehender, zweiachsiger und eingeschossiger Schuppen zugehörig, der mit einer Backsteinfassade mit Rundbogenfries ausgestattet ist. Dieser Schuppen, der u.a. noch einen originalen Fliesenfußboden bewahrt hat, wurde anders als das Hauptgebäude in seiner drei kleine Räume umfassenden Innenaufteilung nicht verändert. Das Hauptgebäude dagegen wurde in den Jahren 1972 - 1974 im Inneren umfassend renoviert, wobei zwar u.a. auch der Grundriß partiell geändert wurde, die originale Mauersubstanz mit Fachwerk jedoch weitgehend erhalten blieb. Ebenso haben sich die originalen Fenster sowie eine Holztreppe erhalten.

In die Mittelachse der Rückfront wurde ein Anbau, der allerdings nicht zur originalen Substanz gehörte, beseitigt. Bei der heute an dieser Stelle vorhandenen Türe wird es sich ursprünglich um ein Fenster gehandelt haben, wobei allerdings die Koordination mit dem Treppenverlauf im Hausinneren zu klären ist.

Das Grundstück ist teilweise von einer Backsteinmauer umfriedet. Ein Schmiedeeisengitter führt auf das Grundstück, auf dem die Jahreszahl 1891 zu lesen ist (eingeritzt). Ob dieses Datum einen Anhalt auch für die Datierung des Pfarrgebäudes gibt, oder ob das Gebäude in weiten Zügen in Zusammenhang mit dem Kirchenausbau in der Zeit um 1860 zu bringen ist, bedarf einer eingehenden Untersuchung.

Das Gebäude bildet mit den Hofanlagen Lövenichs (Odenshof, Mertenshof, Keuschhof, Haus Közal) mit ihren durch die Überführung in Privatbesitz bedingten, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gebauten Herrenhäusern ein dörfliches Ensemble von besonderem Wert. Sein Erhalt durch Unterschutzstellung ist aus der Sicht der Denkmalpflege unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0