Wohnhaus
Eichendorffstraße 18 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1475 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eichendorffstraße 18, 50823 Köln |
| Baujahr | 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.04.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das 1904 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Die Anlage und Bebauung der Eichendorffstraße erfolgte im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts. Abseits der großen Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstanden in Neuehrenfeld reine Wohngebiete. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg wurde eine axiale Straßenführung mit verschiedenen Plätzen angelegt und mit aufwendigeren Miethäusern bebaut. Im Gegensatz zur Bebauung im südlichen Teil Ehrenfelds mit bescheidenen und einfach ausgestatteten Mietbauten für Bewohner, die in den anliegenden Industriebetrieben beschäftigt waren, wurden im nördlichen Gebiet schon aus standortbedingten Gründen anspruchsvollere Grundstücke für Mieter mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen erschlossen.
Die Fassadengestaltung des dreigeschossigen, dreiachsigen Hauses ist durch einen kräftig vortretenden Risalit über polygonalem Grundriß geprägt, der in der Mittelachse des Hauses angelegt ist und vier Geschosse aufweist. Durch seine eigene Dachkonstruktion (Glockendach) hat dieser Risalit einen turmartigen Charakter. Das einheitlich rustizierte Erdgeschoß mit Rundbogenfenstern und rundbogenförmigem Eingang ist durch ein kräftig profiliertes Gesims von den Obergeschossen abgesetzt. Die Obergeschosse sind in den äußeren Achsen glatt verputzt. Die Rechteckfenster sind dort geschoßübergreifend eingefaßt. Die Zone zwischen den Fenstergeschossen ist mit einem reliefierten Feld geschmückt (Jugendstil-Dekor: Blumenmotive). Die Obergeschosse des Risalits sind rustiziert, doch weist hier die Rustika einen feineren Fugenschnitt als im Erdgeschoß auf. Ebenso wie in den Seitenachsen sind im ersten und zweiten Obergeschoß die Fenster geschoßübergreifend eingefaßt und mit Reliefkartuschen unterschiedlicher Formgebung und Ornamentik verziert. Im vierten Geschoß des Risalits sind ebenfalls als Fensterbekrönung Jugendstil-Kartuschen vorhanden.
Das Gebäude ist insgesamt unsymmetrisch angelegt, der Mittelrisalit nach links aus der Achse gerückt. Den oberen Abschluß der Fassade bildet ein reich profiliertes Kranzgesims, das sich mit dem Risalit verkröpft. Der Risalit weist in seinem vierten Geschoß ein weiteres, mehrfach abgetrepptes Kranzgesims auf.
Die Innenausstattung des Hauses dokumentiert einen etwas bescheideneren Wohlstand als manche anderen, vergleichbaren Bauten des Straßenzugs. Immerhin sind im Eingangsflur ein abwechslungsreich gestalteter Terrazzofußboden, u.a. mit drei verschiedenen Sternenmotiven, und ein feiner Wand- und Deckenstuck, z.B. mit einem vegetabilen Fries, vorhanden. Unter dem Stützbogen ist in polychromer Einlegearbeit das Erbauungsjahr des Hauses, 1.90.4", festgehalten.
Die originale Bebauung der Eichendorffstraße ist geprägt von nahezu identischen Haustypen, die durchgehend drei Geschosse, drei bis vier Achsen, Risalit sowie Ziergiebel aufweisen. Jedes Haus hat dennoch seinen ganz eigenen Charakter durch leichte Varianten in der Fassadensymmetrie, durch eine ganz unterschiedliche, dekorative Fassadengestaltung in Putz und durch Abwechslung in der architektonischen Gliederung. Dadurch entsteht ein ebenso in sich geschlossenes wie lebendiges Straßenbild, dessen Ensemblewirkung durch Unterschutzstellung der einzelnen Objekte, abgesehen von deren individuellem Denkmalwert, unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0