Wohnhaus
Eichendorffstraße 22 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1352 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eichendorffstraße 22, 50823 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.03.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Die Anlage und Bebauung der Eichendorffstraße erfolgte im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts. Abseits der Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstanden in Neuehrenfeld reine Wohngebiete. In den letzten beiden Jahrzehnten vor dem ersten Weltkrieg wurde eine axiale Straßenführung mit verschiedenen Plätzen angelegt und mit aufwendigeren Miethäusern bebaut. Im Gegensatz zur Bebauung im südlicheren Teil Ehrenfelds mit bescheidenen und einfach ausgestatteten Mietbauten für Bewohner, die in den anliegenden Industriebetrieben beschäftigt waren, wurden im nördlichen Gebiet, schon aus standortbedingten Gründen, anspruchsvollere Grundstücke für Mieter mit mittleren bzw. gehobenen Ansprüchen architektonisch erschlossen.
Das dreiachsige, dreigeschossige Haus mit Risalit und Giebelgeschoß zeichnet sich durch eine feine Werksteinfassade aus. Im zweiten Obergeschoß und im Giebel sind die Werksteinquaderungen fein gegen glatte Putzflächen abgesetzt. Neben der unsymmetrischen Anlage (in der rechten Achse zwei kleine Fenster, in der linken ein größeres Fenster in jedem Geschoß) erhält die Fassade ihren besonderen Reiz durch unterschiedliche Fensterformen und einen reichen, vegetabilen Dekor.
Im Erdgeschoß dominieren Rundbogenformen (Fenster und Hauseingang), in den Obergeschossen Rechteckformen, denen durch Dreipaßformen im ersten Obergeschoß und Stichbogenformen im zweiten Obergeschoß sowie im Giebel als Einrahmungen die Strenge genommen ist. Kräftige Ranken setzen an der Fassade einzelne Akzente (z.B. Relieffeld über dem Portal, Ecksteine als Abschluß zum Erd- und ersten Obergeschoß in der Mittelachse, Fries über den Fenstern des ersten Obergeschosses in der Mittelachse) oder sind übergreifend und achsverbindend eingesetzt (Fries im zweiten Obergeschoß). Ein verkröpftes Traufgesims bildet den oberen Abschluß.
Der gewölbte Eingangsflur ist verhältnismäßig aufwendig gestaltet. Neben einer feinen Jugendstil-Kachelung ist die Stuckatur im oberen Teil der Wandzone und an der Decke hervorzuheben (flach gehaltene Gliederung, eingestreute Quadrate unterschiedlicher Größe mit floralen Motiven). Die Wohnungen haben ihre originale Ausstattung mit Stuckdecken, Wohnungs- und Zimmertüren sowie originalen, weißblauen Kacheln in der Küche bewahrt.
Der Vorgarten des Hauses wird durch einen reichen Zaun aus Schmiedeeisen begrenzt, massive Steinpfosten mit Riefelung flankieren den Eingang zum Grundstück.
Zum rückwärtigen Gartenstück gelegen, sind in allen Geschossen Balkone, die ein originales, schmiedeeisernes Gitter bewahrt haben.
Die Eichendorffstraße hat ihren ursprünglichen Charakter wie kaum ein anderer Straßenzug in Ehrenfeld bewahrt. Das vorliegende Objekt bildet so nicht nur mit seinem unmittelbaren Nachbarn ein qualitätvolles Ensemble (vgl. vor allem Nr. 24), sondern ist eingebunden in einen, seiner Gänze überkommenen, größeren Zusammenhang. Das Straßenbild ist geprägt von nahezu identischen Haustypen. Jedes Haus hat dennoch seinen individuellen, künstlerischen Wert durch immer neue Varianten in Dekor und Ausstattung. Die Eichendorffstraße bietet so ein ebenso einheitliches wie abwechslungsreiches Bild, daß - abgesehen vom hohen Denkmalwert der einzelnen Gebäude - durch Unterschutzstellung unbedingt bewahrt bleiben muß.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0