Wohnhaus
Mainzer Straße 31 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1497 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mainzer Straße 31, 50678 Köln |
| Baujahr | 1903 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.05.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt (Südstadt) dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben erstellten Erweitungsplan (1881) verlief in mehreren Phasen. Die Mainzer Straße wurde ziemlich einheitlich zwischen 1903 - 1905 bebaut.
Das heute restaurierte Haus Mainzer Straße 39 ist ein fünfgeschossiges Mietgebäude mit Ladenlokal und Dachgeschoß, das zwischen 1903 - 1905 errichtet wurde. Seine dreiachsige, symmetrische, einem barockisierenden Jugendstil verpflichtete Fassade zeigt einen breiten, zweimal gebrochenen Erker in der Mitte, der sich über alle Obergeschosse erstreckt. Die vertikale Betonung der Fassade (Erker mit breiten Fenstern und einem Ziergiebel, Einfassung der übereinander liegenden drei Fenster der Obergeschosse) weist einige deutlich horizontale Gliederungselemente auf, wie z.B. Quaderung der beiden unteren Geschosse, ein einfaches und ein breites Gurtgesims im zweiten Obergeschoß mit Balustrademotiv. Das Erdgeschoß ist in der Mitte durch ein großes Schaufenster durchbrochen, das links und rechts von je einem Rundbogeneingang flankiert ist. Das erste Obergeschoß bildet ästhetisch mit dem Erdgeschoß einen hohen Sockel, über dem sich drei weitere Obergeschosse erheben. Der Dekor der einfach gebänderten Obergeschosse (zweites bis viertes) ziert Fensterbrüstungen bzw. -verdachungen und konzentriert sich insbesondere in der Mittelachse; flache Ranken- und Blattwerkornamente mit Maske (zweites Obergeschoß) bzw. ein Tympanon mit geschwungenem Ziergiebel (drittes Obergeschoß). Der reichliche Zierrat des Kranzgesimses läuft stellenweise in Fensterdekoration des vierten Geschosses über. Ein extrem schräges, verschiefertes mansarddach mit einem Ziergiebel und zwei Dachgauben bilden einen mächtigen Abschluß des Gebäudes.
Für die Hausforschung stellt das Haus ein weiter entwickeltes Beispiel (repräsentativ - groß - städtisch) des ehemalig für Köln typischen Dreifensterhauses dar. Städtebaulich ist das Objekt ein Bestandteil der repräsentativen Erstbebauung dieser Allee, die als eine der Hauptstraßen der Südstadt konzipiert worden war. In Korrespondenz in Maß, Proportion und - wenn auch individuell abgewandelt - Stil reiht sich das Haus in das geschlossene Bild der fast gleichzeitig entstandenen Hausfronten der Mainzer Straße ein. Die Barokkisierung des Jugendstils dieses Hauses bezog sich auf das im Neubarock 1905 errichtete und heute nicht mehr vorhandene Gebäude der Volksschule (Mainzer Straße 34) direkt gegenüber und ist somit ein Dokument der ursprünglichen, stilistischen Korrespondenz der Originalbebauung dieser Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0