Wohn- u. Geschäftshaus

Eifelstraße 37 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1550
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Eifelstraße 37, 50677 Köln
Baujahr1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.07.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das 1896 errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus als Beispiel für die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und als Dokument für die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt. Die Bebauung, nach dem von H.J. Stübben erstellen Erweiterungsplan (1881), verlief in mehreren Phasen. Die Eifelstraße, in den Eifelplatz (ehemals in Bahnhof- und Volksgartenvorplatz) einmündend, wurde zwischen 1890 - 1900 als Arbeiterwohnbereich bebaut, mit schön gestalteten Fassaden, aber meist dichter Hinterhofbebauung.

Baugeschichtlich aussagefähig ist die aus dem reichen Formenapparat der Renaissance entlehnte Stuckfassade des viergeschossigen, vier zu vier achsigen Hauses. Die Hausecke zur Kreuzung hin ist abgeschrägt und betont durch einen dreigeschossigen Erker mit Blendgiebelverdachung in Dreieckform und imitiertes Balkonbrüstungsfeld.

Die Außenachse der Fassade zum Eifelplatz wird betont durch einen flachen Risalit mit Blendbalustraden sowie einen Blendgiebel mit Dreieckbekrönung. Über dem plastisch rustizierten Erdgeschoß mit rundbogigen Fensteröffnungen und dem Hauseingang auf der linken Außenachse erhebt sich die mit gekröpften Fensterbankgesimsen, geraden Fensterkonsol-, Dreieck- und Rundbogenverdachungen sowie einem doppelten Konsoltraufgesims gegliederte Fassade.

Bauzier des Hauses sind ohrige Fensterrahmungen, Fächerrosetten in den Rundbogen- und Dreieckbekrönungen, Flachbögen mit Keilstein, Blendbalustraden in den Brüstungsfeldern sowie ein barockisierendes Gitterwerk im dritten Obergeschoß des Erkers. Trotz der Oberlichtabdeckung der Fensteröffnungen und der Veränderung der Dachzone verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Inneren des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Wandfliesen und Marmor, Holztreppe (verkleidet) mit gedrechseltem, umlaufenden Geländer nebst Antrittspfosten, Wandsockel in der Treppenzone, zwei Treppenhausfenster in rhombisch gegliederter Bleiverglasung mit Ornamentik und Wappenmotiven, ein Fenster mit Glasätzung (Vasenmotiv) und zum Teil Ladeneinrichtung (Fassade Eifelstraße).

Städtebaulich bildet das Objekt einen unverzichtbaren Bestandteil der repräsentativen Bebauung dieser Verbindungsstraße zwischen Ring und Eifelplatz. Zur Korrespondenz mit den Nachbarhäusern Nr. 35 und 33 sowie Nr. 36 gegenüber und vor allem den Eckhäusern Eifelplatz / Kaesenstraße und Eifelplatz 2 ergibt sich ein Denkmal-Ensemble, das das sternförmig angelegte, historische Erscheinungsbild des Platzes unterstreicht und bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0