Wohn- u. Geschäftshaus

Eifelplatz 2 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7015
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Eifelplatz 2, 50667 Köln
Baujahr1889 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.01.1994
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1889/90, Eckhaus zur Eifelstraße; 4 Geschosse, Sokkel- und ausgebautes Dachgeschoß; Stuckfassade (Souterrain und EG) bzw. Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Stilanklängen an die Renaissance; Fassade zum Eifelplatz: 3 Achsen, rechte Achse mit 3geschossigem Erker in den Obergeschossen und Blendfenster im EG, linke Achse in EG und Souterrain verändert (hier ursprünglich Hauseingang, entsprechend der anderen Fensterachsen mit Fenstern geschlossen); Fassade zur Eifelstraße: 5 Achsen, linke Achse mit 3geschossigem Erker in den Obergeschossen, späterer Hauseingang, Haustür (20er Jahre); abgeschrägte Ecke mit 3geschossigem Erker in den Obergeschossen, Souterrain verändert (hier ursprünglich Eingang zum Ladenlokal); ausladendes Kranzgesims; Dachgeschoß (ursprünglich steiles Walmdach mit turmartig ausgebildetem Eckbereich) nach Kriegszerstörung als flaches Walmdach mit Gauben wiederaufgebaut. Fenster z. T. verändert. Rückfront: Backsteinfassade (z. T. geschlämmt), 2 Achsen mit späteren Balkonen.

Im Inneren: Grundrisse bei Verlegung von Treppenhaus und Hauseingang in den 20er Jahren verändert, Terrazzo- bzw. Holztreppe ab 1. OG mit Holzgeländer (20er Jahre), Haustür und Wohnungstüren (20er Jahre), Zimmertüren (größtenteils mit Beschlägen aus den 20er Jahren), einige Stuckdecken, Parkettböden; Terrazzoboden und Wandfliesen (Küche).

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt zwischen Sachsenring, Vorgebirgs- straße, Eifelstraße und Volksgartenstraße ein Villenviertel, das sich ab 1881 sehr rasch mit den vorgeschriebenen Villen füllte. Am Rande dieses Viertels wurde der Eifelplatz als sternförmige Schmuckplatzanlage - ursprünglich mit Springbrunnenrondell - angelegt. Auch heute noch bildet er gewissermaßen den Auftakt zum 1887-89 angelegten Volksgarten, verbindet Volksgarten- und Pfälzer Straße mit ihren Baumalleen auf dem Mittelstreifen, gestattet deren Richtungsänderung, führt die Eifelstraße als Ausfallstraße geradlinig aus der Neustadt und fängt die Einmündungen der Straßen Am Duffesbach und Kaesenstraße auf.

Das o. g. Gebäude wurde 1889/90 an der Einmündung von der Eifelstraße zum Eifelplatz errichtet. Als höchstes Haus des Platzes, einst mit steilem Walmdach und turmartiger Eckausbildung, und seiner aufwendig in Neu-Renaissanceformen gestalteten Fassade bildet das Gebäude den dominierenden Blickpunkt im Platzbereich. Zusammen mit dem gleichzeitig errichteten Nachbarhaus Eifelplatz Nr. 4 begrenzt es den Platz zwischen Duffesbach und Eifelstraße und faßt gemeinsam mit der ebenfalls historischen Häusergruppe zwischen Eifel- und Kaesenstraße die Eifelstraße ein. Entsprechend dem gründerzeitlichen Prinzip, die Ecksituation besonders baulich zu betonen, wurde die Hausecke mit reich dekorierten Erkern in den Obergeschossen markant gestaltet. Für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild sorgt zudem der Materialwechsel: Während Souterrain und Hochparterre als Sockelgeschoß ganz in Stuck ausgebildet sind, wird die gelbe Klinkerfassade in den Obergeschossen mit Stuckdekor gegliedert - das 1. OG wurde dabei als Beletage besonders hervorgehoben. Betont wird auch die Traufe, die ein ausladendes, von Kragsteinen gestütztes Gesims aufweist.

Ein Umbau in den 20er Jahren erfolgte sensibel und mit Rücksichtnahme auf die historische Substanz: So wurden Hauseingang und Treppenhaus - die gründerzeitliche Treppenanlage mußte leider zugunsten einer einfachen Holztreppe geopfert werden - von der Platzseite in den zur Eifelstraße gerichteten Flügel verlegt und die Wohnungen entsprechend den Vorstellungen der Zeit durch Teilung und Straffung der Grundrisse ökonomischer und funktionaler gestaltet. Das o. g. Objekt - von der originalen Innenausstattung haben sich u. a. in den Eckzimmern aufwendige Stuckdecken erhalten - gibt somit sowohl über die gehobenen Ansprüche seiner Erstbewohnerschaft als auch über die veränderten Bedürfnisse der Zeit nach dem 1. Weltkrieg Aufschluß. Es trägt - auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zur Bewahrung der Maßstäblichkeit und der Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes im Bereich Eifelplatz bei und wird aus den dargelegten Gründen zum unverzichtbaren Dokument der Architektur der Gründerzeit.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0