Friedenskirche
Wallstraße 70 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1555 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Friedenskirche |
| Adresse | Wallstraße 70, 51063 Köln |
| Baujahr | 1896 bis 1897 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.07.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Die evangelische Friedenskirche wurde 1784 - 1786 nach Plänen von Wilhelm Hellmig in spätbarocken Formen errichtet. Es war ein turmloser Zentralbau, bei dem sich Kranz- und Kreisform durchdringen. Zur Wallstraße war ein kleiner, halbkreisförmiger Hof mit Eckpavillons im Norden und Süden vorgelagert. 1845 - 1848 erhielt der Kirchenbau im Westen einen Vierkantturm mit schmalem Knickhelm nach Plänen von Dombaumeister E.F. Zwirner. Das Innere wurde damals im Sinn des romanisierenden Klassizismus verändert. 1910 wurde der Turm verputzt und erhielt eine zweistufige Barockhaube, die der Gestalt des Turms der ersten protestantischen Kirche Mülheims aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden war. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde diese hier begonnene Zurückführung der Kirche in den Barockzustand durch die staatliche Denkmalpflege fortgesetzt. Dieser Bau mit seiner hervorragenden Ausstattung fiel den Bomben des zweiten Weltkriegs zum Opfer. Aus den erhaltenen Außenmauern schufen C. und K.H. Klage in den sechziger Jahren einen schlichten protestantischen Kirchenraum neu. 1981 und 1982 wurde die Friedenskirche innen und außen farblich neu gestaltet unter Mitarbeit der Denkmalpflege.
In ihrem äußeren Erscheinungsbild und auch in der "abstrakten" Form des Innenraums ist die ursprüngliche Gestalt der Kirche immer noch wahrzunehmen. Die spätbarocke Bauform ist im heutigen Köln ohne Parallele.
Mülheim war dank seiner Zugehörigkeit zum Territorium der Grafschaft Berg seit der Reformationszeit ein Ort praktizierter Toleranz. Für die Kölner Protestanten wurde es mehrmals zum Zufluchtort. Die Friedenskirche steht somit in einer für die Geschichte der Mülheimer Protestanten wichtigen Tradition: Sie ersetzt die beim Eisgang 1784 vernichtete Kirche des 17. Jahrhunderts und ist als Bau des späten 18. Jahrhunderts die älteste protestantische Kirche des rechtsrheinischen Kölns.
Durch die Einfügung in das Straßennetz des Stadtteils, durch die Anlage des Vorhofs zur Wallstraße, durch den Turm, der allerdings noch der Wiedererrichtung des Dachs harrt, besitzt die Kirche eine hohe städtebauliche Bedeutung. Sie prägt den Straßenzug der Wallstraße und ist zugleich für die Gesamtansicht Mülheims, dem "Konzert der Türme" unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0