Wohn- u. Geschäftshaus
Wallstraße 58 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3528 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Wallstraße 58, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.03.1986 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das um 1890 erbaute Wohn- und Geschäftshaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert.
Aufgrund der günstigen Verkehrslage und der historisch-politischen Gegebenheiten entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort. Als Folge dieser Industrialisierung erlebt Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freie bzw. durch den Abbruch der Stadtbefestigungen frei gewordenen Geländes in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Auf einem extrem schmalen Grundriß errichtet, ist das o. g. Objekt ein seltenes Beispiel für den damaligen Wohnraumbedarf. Baugeschichtlich aussagefähig ist das 3geschossige, durch je ein Fensterpaar zu einer Achse verschmolzene Traufenhaus aufgrund seiner aus dem Formenapparat der Renaissance zitierten, mit Stuck gegliederten Backsteinfassade. Die Gliederung erfolgt durch Fensterrahmung, Stockwerk- und Gurtgesims sowie durch konsolenverzierte Fensterbankgesimse und Verdachung. Das rundbogige Fensterpaar des dritten Geschosses wird durch einen rundbogigen Fenstersturz optisch zusammengefaßt. Der Dachfirst wird von einem schmiedeisernen Gitter bekrönt. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes.
Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: ein ornamentierter Fliesenfußboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer nebst Antrittspfosten, zum großen Teil Wohnungstüren und Wohnungstürabschlüsse mit Messinggriffen. Städtebaulich dokumentiert das Objekt die Bebauung der Wallstraße um die Jahrhundertwende, die i. d. R. aus 3geschossigen Häusern mit individueller Gestaltung Bestand und von der heute nur noch einige wenige Objekte - darunter das o. g. Haus - im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben sind. Es bildet mit dem Gebäude Nr. 56 und der Friedenskirche (erbaut 1784) in naher Nachbarschaft ein historisches Denkmalensemble.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0