Wohn- u. Geschäftshaus
Friesenwall 72 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1563 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Friesenwall 72, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.08.1983 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Gebäude wurde um 1885 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer aus Stuck gegliederten Klinkerfassade errichtet.
Die Architektur-Merkmale der Straßenansicht sind Symmetrieachsen, deren Lage durch die dreieckförmigen Überdachungen sämtlicher Fenster der mittleren Achse markiert ist, sowie die Steigerung der Höhenwirkung des Hauses durch die nach oben hin von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Geschoßhöhen und den oberen Abschluß - durch ein stark auskragendes Traufgesims, dessen Wirkung durch die Traufgesimse an an den beiden Dachgauben verstärkt wird. Die Rückseite besteht aus ZiegelSichtmauerwerk. Die Fenster - sowohl der Vorderansicht (am zweiten und dritten Obergeschoß, Oberlicht vertikal mittig unterteilt) als auch der Rückansicht - sind original.
Das Treppenhaus wurde teilweise als Vorbau an der Rückseite erstellt. Die zweiläufige Treppenanlage besteht aus Holz. An den Stockwerkspodesten befinden sich je zwei originale Wohnungstüren (Holzfüllungen). In den Wohnungen sind ebenfalls originale Türen, Laibungen und Rahmen mit Füllungen aus Holz.
Die beschriebene Architektur besteht aus den Ausdrucksformen des Klassizismus, mit dem die Einzelelemente im Stil der Renaissance (Fensterüberdachungen auf halbrunden Konsolen mit Beschlagwerk, Zahnleiste unter dem Traufgesims etc.) eine Einheit bilden.
Die auf der Altstadtseite parallel zu den Ringen verlaufenden Wallstraßen führten, wie am Beispiel des am Hansaring erhaltenen Teilstücks der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen ist, entlang der hinter der Stadtmauer liegenden und die Mauer nach innen hin stützenden Wallanlagen, die es erlaubten, die Verteidigungskräfte in Nähe der Zinnen aufzubauen. Nach Abbruch der Stadtmauer seit 1881 und der damit eingeleiteten vierten Stadterweiterung gemäß der Planung des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben, wurde anstelle der Wallanlagen die gegenüber liegende Straßenseite mit Wohnhäusern bebaut. Die bei der gegebenen, viergeschossigen Bebauung größere Höhe als Breite des Straßenraums ist im Süden durch die Seitenansicht der Hahnentorburg und im Norden, jenseits der Kreuzung, durch die Magnusstraße und die Friesenstraße, durch die Bebauung des Hildeboldplatzes und durch eine geringfügige Abknickung des Teilstücks zwischen Friesenstraße und Hildeboldplatz geschlossen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0