Wohnhaus
Lütticher Straße 34 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1567 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lütticher Straße 34, 50674 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Architekt / Planung | J. Jäger |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.08.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude wurde 1903 durch den Architekt J. Jäger als Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain, einem Dachgeschoß, vier Achsen, einem Mittelrisalit, einer Toreinfahrt, einer Werkstein-Stuck-Fassade und einem Vorgarten errichtet.
Das Grundkonzept der Architektur entspricht der von wohlhabenden Bürgern bevorzugten Wohngegend des sogenannten Belgischen Viertels. Entsprechend wurde der Straßenraum durch tiefe Vorgärten ungewöhnlich breit angelegt, wodurch die fünf- bis sechsgeschossigen Gebäude (mit Souterrain und Dachgeschoß) auch bei den zum Teil ungewöhnlich breiten Grundstücken entsprechend eindrucksvolle Gestaltung finden konnten. Die einzelnen Vollgeschosse des Objekts wurden in ihrer Straßenansicht bei aller Differenzierung im einzelnen gleichrangig dargestellt. Das Erd- und das Dachgeschoß geben den Vollgeschossen zurückhaltende Rahmung (tragende und bewachende Funktion des Erdgeschosses, dargestellt durch die Rustika schwerer Natursteinquaderung als Sockel zu beiden Seiten der zentral angelegten und mit aufwendiger Werksteinfassung betonten Hauseingangs; beschützende Funktion des ausgebauten Satteldachs). Das erste Obergeschoß mit einer gebänderten, gegenüber dem Souterrain feingliederigeren Rustika und dreiteiligen Stichbogenfenstern, schließt mit einem kräftigen, ununterbrochen durchlaufenden Stockwerkgesims ab, dessen Wirkung durch das parallel laufende Sohlbankgesims am ersten Obergeschoß unterstrichen wird. Das zweite bis vierte Obergeschoß tragen gemeinsam einen Putzgrund mit klassizistisch feinem Fugenschnitt. Darauf sind aus allen Stilbereichen hergeleitete Schmuckrahmungen der Fenster angelegt. Die Umrisse der Fenster im zweiten Obergeschoß sind rechteckig, im dritten mit Stichbogen und im vierten unter dem schmalen Dachgesims und bogig über Zwillings- und Drillingsfenstern abschließend.
Die Decke des Hausflurs besteht aus mehreren Jochen mit zwei seitlichen, floral ornamentierten Längsstreifen zwischen flachen Bögen, die im Übergang zu den Wänden auf einem Fries aus flechtwerksartigem Schmuck aufliegen, der sich auf den Bögen wiederholt. Die Wände sind mit grauweißem Marmor belegt, der oben und unten mit einem Streifen aus schwarzgelbem Marmor und über dem Boden mit einer Scheuerleiste aus rotem Marmor abschließt.
Die Rückseite besteht aus einer symmetrisch aufgebauten Hofanlage mit einem rechten und linken Anbau in Klinkermauerwerk.
Das an der Rückseite des Vorderhauses zentral gelegene Treppenhaus umschließt eine zweiläufige, an den dreieckförmigen Zwischenpodesten angewendelte Treppenanlage aus im unteren Bereich grauweißen Setzstufen aus schwarzgelbem Marmor und aus Terrazzo ab dem zweiten Obergeschoß. Das Geländer besteht aus den Podesten mit Schmiedeeisen (Pflanze mit Blume) geschmücktem Profilstahl und dem Holzhandlauf. Die Verglasung in der oberen Hälfte der Wohnungsabschlußtüren ist durch ein Oberlicht erweitert. Der kannellierte Türrahmen trägt im oberen Bereich florales Schnitzwerk.
Die Wohnung im zweiten Obergeschoß (Seite zum linken Nachbarn) bezeugt als einziges, vollständig erhaltenes Beispiel mit ihren feinteilig ornamentierten Stuckdecken (Rankenwerk zwischen doppelter Mittelfeldrahmung und zentrale Rosette auch in den Räumen des Anbaus), Parkett und Türen mit deren Gewänden aus Holzrahmenwerk mit Holzfüllungen und originalen Fenstern, den prachtvollen, originalen Ausbau der Wohnungen.
Die Lütticher Straße ist Teil des sogenannten Belgischen Viertels (zwischen Aachener und Venloer Straße gelegen), das seit 1881 nach dem Plan des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben errichtet wurde. Das beschriebene Gebäude ist eines der wenigen, erhalten gebliebenen und daher unverzichtbaren Beispiele der ersten Bebauung jener Zeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0