Wohnhaus

Lütticher Straße 32 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4266
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lütticher Straße 32, 50674 Köln
Baujahrum 1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.09.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1896 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 2-achsige, 4-geschossige Traufenhaus mit Souterrain und Giebelgeschoß als Beispiel einer mit vielfältigen, historisierenden Dekor versehenen Bauweise um die Jahrhundertwende. Die Stuckfassade, im klassizistisch feingliedrigen Fugenschnitt strukturiert, erfährt eine plastische Gliederung durch einen seitlich angebrachten, 3-geschossigen Risalit mit Balkonaufbau und gotisierendem Balkon-Brüstungsgeländer sowie einem weiteren kleineren vorgebauten Risalit (bis 1. OG) mit einem darüberliegenden polygonalen, überdachten Vorbau (bis 2. OG). Horizontal gliedern gekröpfte, profilierte Doppelgesimse, Fenstersohlgesimse, ein Traufgesims sowie ein geschwungener Giebelgesimsabschluß die Fassade; unterschiedliche Fensterformen (stichbogig, rundbogig, gerade und vorhangförmig) und -größen (u. a. ein Zwillingsfenster) sowie verschiedenartige Dekorteile (Friese, Vasenbekrönung, Wandvorlagen, Rundpfeiler, Keilsteine) bekunden den phantasiereichen Gestaltungswillen des Bauherrn, bzw. Architekten. Trotz der Beschädigung einiger Architekturdetails verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen der alten Stadtmauer und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Lütticher Straße entstanden vor allem Wohnbauten für Bürger mit geobenen Wohnansprüchen. Das Grundkonzept der Architektur entspricht der von wohlhabenden Bürgern bevorzugten Wohngegend des sogenannten Belgischen Viertels. Entsprechend wurde der Straßemraum durch Vorgärten breit angelegt, wodurch die meist 4-geschossigen, mit Souterrain und Giebelgeschoß ausgestatteten Gebäude eine entsprechend eindrucksvolle Gestaltung erfuhren.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Hausnummern 34, 38, 40, das in Verbindung mit den anderen historischen Bauten der Straße als unverzichtbares Beispiel der Erstbebauung das ehemals anspruchsvoll geprägte Erscheinungsbild der Lütticher Straße repräsentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0