Wohnhaus

Lütticher Straße 31 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6123
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lütticher Straße 31, 50674 Köln
Baujahrum 1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.06.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1902 erbaut; 4 Geschosse, Souterrain, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß; in der linken Achse beinahe fassadenhoher Standerker mit aufgesetztem Balkon und Balkon im 1. OG (orig. Gitter); dort auch Tordurchfahrt. Reiche Stuckfassade im Stil des Historismus und mit Jugendstileinflüssen. Haustür und Tür zum Souterrain original, Fenster großenteils original. Rückseite und seitlicher Anbau mit zweifarbiger Backsteinfassade. Im Innern original erhalten: schwarzweißer Marmorboden (ab dem Stützbogen in Form von Fliesen) bis einschließlich Stützbogen bzw. rechts bis zur Wohnungseingangstür, außerdem Marmorverkleidung im unteren Wanddrittel; etwas Deckenstuck im Vestibül, Stuck am Stützbogen; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten, Zwischenpodeste bis einschließlich 1. OG mit Parkett; einige Treppenhausfenster (im 1. OG mit Resten der originalen Bleiverglasung); einige Wohnungseingangstüren. Vorgarten mit originalem Einfriedungsgitter.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in sozial verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sog. "Westend", das durch den Stadtgarten und verschiedene begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot. Die Lütticher Straße, an der sich das o. g. Objekt befindet, verbindet die Flandrische mit der Moltkestraße und wurde im wesentlichen um 1897/98, teilweise um 1902 bis 1905, bebaut. Das Gebäude ist ein wichtiger integraler Bestandteil dieses noch teilweise im Original erhaltenen, ehemals beidseitig mit Vorgärten versehenen Straßenzugs. Es bildet ein Ensemble mit dem ebenfalls in der späteren Erschließungsphase errichteten Nachbarhaus Nr. 33-35. Gemeinsam mit diesem trägt es aufgrund seiner markanten, im Jugendstil dekorierten Fassade zum Verständnis dieses Architekturstils bei, dessen abwechslungsreiche Formensprache den Ansprüchen der damaligen Bewohner entgegenkam. Als Beispiel für die aufwendigere Variante der Neustadtarchitektur wird es somit zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0