Wohnhaus
Statthalterhofallee 8 · Junkersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4016 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Statthalterhofallee 8, 50858 Köln |
| Baujahr | um 1932 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.01.1987 |
| Stadtteil | Junkersdorf |
Die um 1932 errichtete 3-geschossige Villa präsentiert sich als Eckbau zur Paul-Finger-Straße mit Putzfassade, Flachdach, Terrasse und stilgleich erneuerten Holzfenstern. Der kubische, auf fast quadratischem Grundriß erichtete Bau weist zur Paul-Finger-Straße einen Fassadenvorsprung bis zum 2. OG auf; danach verläuft die zurückliegende Fassade mit geringer Eckrundung in Höhe der Terrassenbrüstung zur Statthalterhofallee in geringer Auskragung bis zur Hälfte der diesseitigen Fassadenfläche mit ebenfalls gerundetem Abschluß. Dadurch werden zu beiden Straßenseiten die Wandflächen etwa in der Mitte durch ein Vor- und Zurücktreten gegliedert. Eine formale Belebung wird von dem zurückliegenden Terrassenflachdach bewirkt, das im Grundriß karniesförmig zur Paul-Finger-Straße ausgeschwungen ist und im 2. OG als organisches Element der Verklammerung der beiden bis zum 2. OG aufragenden Bauteile in Erscheinung tritt. Zur Statthalterhofallee tritt eine Verschränkung beider Fassadenhälften in der Mitte durch die Überschneidung der übereck verlaufenden Fensterfläche mit der abgerundeten Auskragung der Terrassenbrüstung auf, sowie durch die sich hier fortsetzende Profilierung des Terrassendachs über der Fensterfläche. Als Pendant zu dieser Terrassendachprofilierung bewirkt im EG die abgerundete Haustürüberdachung eine Durchdringung der Fassadenhälften, indem sie auf die linke, etwas auskragende Fassadenhälfte übergreift. Auch die versetzten Fenster- und Balkontürflächen wirken an der Verspannung der Wandflächen mit. Dergestalt spricht sich trotz aller kubischen Vesachlichung eine organische innere Dynamik in der Gliederung des Bauvolumens aus, die auf die Ecksituation des Straßenbaus angelegt ist und die Proportionen des Hauskerns, seinem Querschnitt entsprechend, in der Fassade ablesbar macht.
Im Innern befinden sich sämtliche Abschlußtüren, das Holzparkett in allen Geschossen, die Eckauskragung des Kamins im 1. OG, sowie das Terrassengeländer in originalem Zustand. Besonders integriert sich in die klare und funktionale Bauweise die Holztreppe mit massivem, geschlossenen Holzgeländer aus dem sich der gedrechselte Handlauf herauswölbt.
Ortsgeschichtlicher Ausgangspunkt für die Siedlung Junkersdorf ist der Statthalterhof. Die vom Mittelalter bis zum 19. Jahhrundert unverändert gebliebene dörfliche Struktur ist trotz erheblicher Einbrüche heute noch erkennbar. Zu den historischen Dorfstraßen gehört auch die Statthalterhofallee, deren Bebauung allerdings erst im Zuge der städtebaulichen Erweiterung des Ortes seit 1900 gehört. Das o. g. Objekt ist ein unverzichtbares Dokument der Villenbebauung aus den 30er Jahren.
Ab 1930 entwickelte sich außerhalb des Ortskerns, beim Müngersdorfer Stadion angefangen, die "Gartenstadt Stadion", die Junkersdorf als exklusiven Wohnort ausweist. In diesem auf die landschaftliche Einbindung abzielenden Baukonzept gewinnt die Bebauung der Statthalterhofallee mit dem o. g. Objekt ihre städtebauliche Bedeutung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0