Wohnhaus
Stammheimer Straße 24 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1574 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Stammheimer Straße 24, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.08.1983 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Gebäude wurde um 1910 als Wohnhaus mit drei Vollgeschossen, zwei Giebelgeschossen, drei Achsen, einem Risalit mit Balkon, einem spitzen Ziergiebel, einer gegliederten Putzfassade und einem Vorgarten mit Zaun errichtet.
Der Mittelrisalit (scharfkantiger Grundriß im Erdgeschoß, darüber mit abgerundeten Ecken), der hohe Dachgiebel in der linken und mittleren Achse, dessen Fortgang im unteren Bereich entsprechend der Mansardschräge des Daches nach unten abgeknickt verläuft, und der mit Stahlgitter zwischen Grundmauer und Terrazzopfosten eingezäunte Vorgarten sind wesentliche Merkmale der Vorderansicht. Die tragende Funktion des Erdgeschosses wird durch den vorspringenden Sockelputz, das durchlaufende Fensterbankgesims, die Kreisbogenfenster und hauptsächlich durch das ausladende, ununterbrochen durchlaufende Stockwerkgesims zwischen Erdgeschoß und erstem Obergeschoß hevorgehoben. Darüber erheben sich in den Seitenachsen vertieft liegende Felder mit abschließenden Rundbogen, welche im ersten und zweiten Obergeschoß die Fenster und deren Brüstungen vertikal zusammenfassen. Die Fenster am Rislit und am Dachgiebel sind dagegen glatt in den Putz eingeschnitten. Das hohe Mansarddach unterstützt den Dachgiebel auf beiden Seiten in seiner beherrschenden Wirkung. Wegen der hauptsächlich glatten Putzflächen der Fassade übernehmen die Flügel und insbesondere die kleinteiligen Sprossengliederungen in den Oberlichtbereichen der Fenster die Aufgabe fehlender Schmuckformen und haben damit wesentliche architektonische Funktion.
Über der rechteckigen Werksteinrahmung des Hauseingangs befindet sich ein halbkreisförmig abschließendes Oberlicht in Bleiverglasung (konzentrische, elliptische Ringe hellblau und grün um weißes Mittelfeld mit integriertem, fächerförmigen Blumenornament, zopfartiger Bogen mit zwei seitlichen, herzförmigen Gehängen und Randrahmung), die sich mit geometrisch strengen Motiven im Fenster des Treppenhauses am ersten Zwischenpodest wiederholt. Boden und Sockel des Hausflurs bestehen aus grauweißem Marmor, der am Sockel durch vorspringende Rahmung aus rotem Marmor in Felder aufgeteilt wird. Die Wandflächen und die bis zum Stützbogen tonnenförmige Decke werden durch bandförmige Stuckvorlagen mit Masken, die das Gesims im Übergang zur Decke stützen, in Joche aufgeteilt, deren Wandfelder durch bogenförmig abschließende Vertiefungen gegliedert sind.
Die zweiläufige Terrazzotreppe (hellbraun-weiß) mit geschnitztem Antrittspfosten, Holzgeländer und -handlauf, die schwarzen und mit einem weißen Mosaikstreifen gerahmten Podestflächen und, vor allem, die zweiflügeligen Wohnungstüren mit Oberlicht und reicher Sprossenteilung erweitern die Architektur des Hausflurs.
Die Wohnungen enthalten flach profilierte Stuckdecken mit Wandleisten, Hohlkehlen, nach innen abgetreppte Randrahmungen der Deckenspiegel, zentrale und seitliche Rosetten aus pflanzlichem Ornament, im oberen Teil verglaste, teils zweiflügelige Türen. Die originalen Baderäume und geräumigen Balkone des Anbaus entsprechen dem hohen Niveau der beschriebenen Architektur.
An der Rückseite besteht durch Symmetrie zu den Bauformen des linken Nachbarhauses ein offener Hofraum mit Garten, dessen Wohnqualität durch die Farbigkeit des Ziegelsichtmauerwerks bestimmt wird. Das Mauerwerk mit flachen Fensterbögen und Dachgesims, die Fenster und Fenstertüren an den Balkonen befinden sich in originaler Form und in gut erhaltenem Zustand.
Die Architektur des Gebäudes wird durch einen klassizistisch geprägten Jugendstil bestimmt.
Nach 1874 wurde in Riehl u.a. die Stammheimer Straße als hochwasserfreie Straße angelegt. Das beschriebene Gebäude liegt am südlichen Straßenabschnitt zwischen dem 1859/1860 angelegten Zoo und der 1862/1864 angelegten Flora, die 1914 durch den Botanischen Garten erweitert wurde. In der Gründerzeit wurde die Westseite, etwa ab 1900 die Ostseite dieses Abschnitts mit Vorgärten und drei- bis viergeschossigen Reihenhäusern bebaut. Das Gebäude steht in direktem, baulichen Zusammenhang mit der Riehler Kreuzkapelle. Dem bis heute stark besuchten Naherholungsgebiet Kölns wird durch die relativ niedrige Bauweise, durch Vorgärten, Baumbestand an der Straße und rückwärtige Gärten entsprochen. Durch Ausrichtung der Straßenachse auf den entfernt sichtbaren Dom steht die Stammheimer Straße optisch in direkter Beziehung zur Stadtmitte.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0