Wohnhaus

Lortzingplatz 7 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1581
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lortzingplatz 7, 50931 Köln
Baujahr1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.08.1983
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Lindenthal, da es den um 1900 einsetzenden Prozeß des Ausbaus des Geländes nördlich der Dürener Straße zum reinen Wohngebiet für sozial besser situierte Bevölkerungsschichten mit gehobenen Wohnansprüchen dokumentiert. Um den Lortzingplatz entstand eine Bebauung von Ein- und Zweifamilienhäusern und Villen, die durch Hinter- und Vorgärten, Parks und Straßenbepflanzung aufgelockert ist.

Das dreigeschossige Haus (1910 gebaut) stellt ein sowohl in der Fassade als auch im Inneren gut erhaltenes Beispiel des Jugendstils dar. In der differenzierten Gestaltung des ganzen Baukörpers sind die Hauptfassade und die Südseite des Doppelhauses als ein Blickfang konzipiert. Die Hauptfassade ist in zwei Achsen aufgeteilt und durch farbig abgesetzten Stuckdekor gegliedert (linke Achse mit risalitartigem, zweigeschossigen Altan und Balkon gipfelt in einem dreieckigen Ziergiebel, der von zwei lisenenartigen, gebänderten Pilastern "getragen" wird; rechte Achse mit rückgestuftem Mansarddach).

Der Übergang zur - vom Lortzingplatz gut sichtbaren - Nebenfassade der Südseite (mit einem Risalit, gekrönt durch einen gebrochenen und geschmückten Giebel) ist durch einen Eckbalkon, der gleichzeitig als Überdachung des Eingangs hervortritt, und durch eine vertikale Verlängerung der Ecklinie in einen hohen Schornsteinaufbau aufgelockert.

Zu den stilgerechten Bestandteilen der Villa gehören sowohl das Vorgartengitter aus vegetabil geformten Schmiedeeisenstäben (einschließlich Gartentor) als auch die Innenausstattung (Holztreppe, Wohnungs-, Zimmer- und Balkontüren, Fenster - teilweise mit bleigefaßter Oberlichtverglasung - Wandfliesen in der Küche, Gußeisenheizkörper, Jalousien-Kästen über den Fenstern, flache Stuckdeckenfelder).

An der Rückseite des Hauses findet man originale Schmiedeeisengitter an den Balkonen und am Kellereingang.

Das Gebäude Lortzingplatz 7 stellt eine interessante Variante zwischen einer Villa und einem Reihenhaus (zusammen mit der anderen Hälfte bildet dieses ein symmetrisch konzipiertes Doppelhaus) dar. Im Bereich des Lortzingplatzes findet man eine vielfältige Bebauung, die die Wohnbedürfnisse von Familien mit gehobenen Ansprüchen befriedigen soll. Das Haus Nr. 7 ist eines der wenigen, bis heute in Originalform erhaltenen Bestandteile dieses Wohngebiets um den Lortzingplatz und als solches unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0