Wohnhaus
Konrad-Adenauer-Ufer 101 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1594 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Konrad-Adenauer-Ufer 101, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.08.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude wurde um 1900 als dreigeschossige Halbvilla mit einem Eckturm, einem Risalit, einem Giebelgeschoß, zwei Balkonen, einer Terrasse, einer Putzfassade mit Werksteingliederungen und einem Garten mit Einfriedung errichtet.
Das Haus wurde gleichzeitig und in architektonischer Einheit mit dem Eckhaus Worringer Str. 30 und 29 als repräsentatives, schloßartiges Gebäude erstellt. Die Ecktürme markieren am Konrad-Adenauer-Ufer eine platzartige Erweiterung an der Einmündung der Worringer Straße und der Oppenheimstraße. Die zweireihige Lindenallee der Rheinufer-Promenade bildet an der gegenüber liegenden Straßenseite, oberhalb des Rheinufers, den Straßenraum anstelle einer Bebauung und entspricht damit dem parkartigen Charakter des Viertels (zwischen Deutschem Ring, Riehler Straße, Innerem Grüngürtel und Rheinufer), das als Teil der Neustadt nach dem Stübben-Plan von 1881 mit der Auflage einer offenen Bebauung realisiert wurde.
Die Individualität des Hauses als Südflügel des zentralen Eckhauses Worringer Straße 30 wird insbesondere durch reiche Skulptierung der Werksteingliederungen in rotem Sandstein unterstrichen. Über dem geschlossen gehaltenen Werksteinsockel des zwölfseitigen Eckturms liegen zwei Fenstergeschosse, deren tragende, skelettartige Teile aus den Fensterumrahmungen als Seitenkanten des Turms bestehen und das im unteren Bereich konkav geschwungene Kegeldach über einem Trempelgeschoß, welches die zwölf Seiten des Turms mit zwölf runden Fenstern abschließend betont. Die Straßenseite des Hauses wird neben der Wirkung des Eckturms durch die steinernen Brüstungsgitter, Eckvasen und reich skulptierte Konsolen am ersten und zweiten Obergeschoß in der ersten Achse von rechts und eine dem Erdgeschoß vorgelagerte Terrasse mit Treppenaufgang charakterisiert. Der Hauseingang liegt im Mittelrisalit der Seitenansicht. Die beiden, nach innen abgeschrägten Türpfeiler tragen einen nach innen abgeschrägten, halbkreisförmigen Sturz. Darüber befinden sich ein von zwei stelenartigen Karyatiden gestützter Architrav und eine Vase, umgeben von einer Ädikula mit halbrundem, oberen Abschluß. Ein Dachgiebel nimmt mit zwei seitlichen, konvex geschwungenen Voluten die Breite des Risalits auf und verlängert ihn optisch mit einem schmalen, halbkreisförmig abschließenden Mittelteil. Die Werksteinumrahmungen und -überdachungen der Fenster erweitern den reichen Schmuck der Fassaden.
Der Seitenrisalit nimmt die einläufige, halbkreisförmige Holztreppe (mit Holzgeländer und -handlauf) auf. Der Antrittspfosten im Erdgeschoß ist zugleich Mittelstütze zweier Kreisbogen unter der vorderen Seite des rechteckigen Stockwerkpodestes im ersten Obergeschoß. Die Böden der Podeste bestehen aus Parkett, die Wände sind vertäfelt, die Untersichten der Podeste kassettiert und reich mit Intarsien geschmückt. Das oberhalb der Haustüre über zwei Geschosse reichende Treppenhausfenster besteht aus Bleiverglasung mit farbiger Randrahmung und einer farbigen Verglasung des Maßwerks im oberen Abschluß.
Die Zimmertüren und deren Gewände sind aus Holzrahmenwerk und -füllungen, die Böden aus Parkett gefertigt. Die Stukkatur im Erdgeschoß besteht aus Wandleiste, die Kehlen aus Profilstäben und Konsolen im Wechsel und aus zwei schmalen und einer breiteren Deckenfeldleiste als Rahmung der Deckenfelder mit zentralen Rosetten. Im ersten Obergeschoß wird der Übergang von der Wand zur Decke durch ein Profil mit Zahnleiste und im zweiten Obergeschoß durch eine Hohlkehle mit stark ausgeprägten Rändern gebildet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0