Verwaltungsgebäude

Mevissenstraße 15 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2955
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVerwaltungsgebäude
Adresse Mevissenstraße 15, 50668 Köln
Baujahr1937
Architekt / PlanungT.M. Merill
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Das 1937 (lt. Datum der Baupläne) gebaute ehemalige Verwaltungsgebäude der Ruhrkohle AG vom Architekten T. M. Merill besitzt eine 2geschossige, axial gegliederte Fassade aus rotem Backstein. Die leicht vorspringenden sieben Achsen des Mittelbaus zeigen im 1. OG hohe, mit klassizistischen Stuckübergiebelungen gerahmte Pariser Fenster, deren Brüstungen mit schmiedeeisernen Gittern ausgefacht sind (Ornamentik aus dem Bergbau). Die Fenster im EG sind deutlich niedriger; sie werden auf den Gebäudeflanken in je einer Dreiergruppe fortgesetzt. Die relativ geschlossene, gerade abschließende Wandfläche des OG betont mit dem stark zurückgesetzten sehr flachen Walmdach das Kubische des Baukörpers, dem in der Mittelachse eine Freitreppe aus Backsteinen und deutschem Marmor vorgelagert ist. Aus dem gleichen Material ist auch der helle Sockel, der das Gebäude gleichsam vom Boden abhebt und mit dem durchlaufenden Gesims über dem EG die Horizontale betont. Die Eingangtür und Doppelfenster mit Sprossenverglasung sind original. Die Seitenfronten zeigen im EG eine Folge von sieben Fenster; im 1. OG sind jeweils drei hohe Pariser Fenster angeordnet. Auf der Rückseite wird die 2geschossige, mit Buntglas geschlossene Belichtung des Treppenhauses von jeweils drei 2geschossigen Fensterachsen flankiert. Auch hier wurde das klassizistische Prinzip des langgestreckten Mittelbaus mit zwei kurzen Seitenflügeln beibehalten. Im Untergeschoß, das sich zu dem hier tiefer liegenden Parkplatz öffnet, befinden sich Garagen und Nebenräume. Durch die im Oberlicht mit Emblemen des Bergbaus in Schmiedeeisen geschmückte Haustür wird ein mit deutschem Marmor ausgelegter Vorraum mit Pförtnerloge erschlossen. Das anschließende Treppenhaus weist eine geschwungene Freitreppe in gleichem Material auf, deren Geländer schmiedeeiserne Ornamente im Stile der Fassade zeigen. Die schlichte Würde des gesamten Gebäudes ist zusammen mit der Verwendung einheimischer Materialien ein Dokument der Zeit, in der allmählich eine Erholung aus dem Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg eintrat. Das Gebäude ist damit ein Dokument des Übergangs vom Bauhausstil zum Neoklassizismus, der aus England und den romanischen Ländern kommend (Palais Chaillot, Paris) nach 1933 auch in Mitteleuropa stärker in Erscheinung trat. Städtebaulich ist das Verwaltungsgebäude ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der historischen Bebauung der Zeile Mevissenstraße 6 - 12 und den in diesem Bereich in neuerer Zeit errichteten modernen Verwaltungsbauten. Als Werk eines bedeutenden Kölner Architekten, der später nach Amerika auswanderte und auch dort bekannte Gebäude schuf, ist es für Köln von besonderem, unverzichtbarem Wert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0