Wohnhaus

Gneisenaustraße 10 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1598
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gneisenaustraße 10, 50733 Köln
Baujahr1913
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.08.1983
Stadtteil Nippes

Das Gebäude wurde 1913 als Wohnhaus mit drei Vollgeschossen, einem Giebelgeschoß, vier Achsen und einem eingezäunten Vorgarten errichtet.

Seit dem Mittelalter entstand längs einem Feldweg, der heutigen Florastraße, am hochgelegenen Ufer eines Rheinarms im Norden von Köln die ländliche Siedlung Nippes. Nach dem Wachstum der Gründerzeit wurden zuletzt um die Jahrhundertwende die Bauten wohlhabender Bürger in der Gneisenaustraße, gleichzeitig mit dem Bereich um den Leipziger und den Erzberger Platz, errichtet. Innerhalb dieses Ensembles in Köln-Nippes weist die Gneisenaustraße mit der Schwerinstraße und Bülowstraße einen im großen und ganzen bis heute unversehrten, ursprünglichen Baubestand auf. In der südlichen Reihenhaus-Bebauung der Gneisenaustraße wurden gegenüber der einmündenden Schwerinstraße der Turm und die Nordfassade von St. Bonifatius errichtet. Durch Zurücksetzen der Straßenfront des Kirchenbaus wurde als optische Mitte der Gneisenaustraße und südliches Kopfende der Schwerinstraße der Kirchenvorplatz geschaffen.

Die Straßenansicht des Hauses wird in den beiden mittleren Achsen von einem Risalit mit rechteckiger Grundrißform beherrscht, der sich über der Traufhöhe in einer geschlossenen Balkonbrüstung fortsetzt und optisch in einem gleich breiten Dachgiebel über der Firsthöhe des Mansarddachs mündet. Die erste und vierte Achse flankieren den Risalit symmetrisch zu beiden Seiten. Durch seinen glatten Putz und das kräftig dimensionierte, abschließende Stockwerkgesims erhält das Erdgeschoß seinen horizontal betonten und tragenden Ausdruck. Darüber sind bis unter das Traufgesims in allen Achsen die Fenster und die zwischen Sturz und Fensterbank liegenden Stuckfelder mit einer Stuckrahmung zusammengefaßt. Die dreieckförmigen Überdachungen der Mansardfenster wiederholen den dreieckförmigen, gleichschenkeligen, oberen Abschluß des Dachgiebels. Die zweiflügeligen Fenster wiederholen die Betonung des Gebäudeteils oberhalb des Erdgeschosses durch vertikal ausgerichtete Sprossenteilung der Oberlichter.

Die Haustüre mit einer Verglasung in Form eines gekuppelten Fensterchens, überdacht ein flaches Dreieck, das mit seinen ausgeprägten Rändern einen Engelkopf rahmt und von dem seitlich des Hauseingangs aus Stuck gebildete Schmuckformen herabhängen.

Wie auch an den Nachbarhäusern der Gneisenaustraße und Schwerinstraße, schließt sich der Straßenseite des Hauses ein Vorgarten an, der mit einem teilweise geschmiedeten Stahlzaun eingefriedet ist. Den Garten an der Rückseite umgibt eine Ziegelmauer.

Die Decke des Hausflurs, zwischen dem Hauseingang und dem flachen Stützbogen gelegen, besteht aus einer flachen Tonne, an deren Scheitel ein längs gerichteter Ornamentstreifen verläuft, der im Übergang zu den Wänden an beiden Seiten wiederholt wird. Die bandförmigen Stuckvorlagen, welche die Decke in drei Felder vertikal unterteilen, setzen sich auf der Wand bis zu dem Marmorsockel fort, der die beschriebene Dreiteilung mit drei vertieft liegenden, grauen Marmorfeldern in roter Marmorrahmung über schwarzer Fußleiste zu beiden Seiten des Flurs aufnimmt. Der Boden besteht aus roten Fliesen, von denen jeweils vier mit einem schwarzen Mosaikstreifen zu quadratischem Muster gefaßt sind. Der Bodenbelag des Hausflurs ist bis ins Treppenhaus weitergeführt. Die zweiläufige Treppe mit Antrittspfosten, Geländer und Handlauf in Holz besteht aus hellbraunem Terrazzo. Der untere Teil der zweiflügeligen Wohnungstüren trägt profilierte Holzfüllungen, der obere, wie auch der Rahmen der Oberlichter, kleinteilige Sprossenverglasung.

Die Wohnungen sind mit Stuckdecken, bestehend aus Hohlkehlen, zentralen Rosetten (im Raum an den beiden Mittelachsen zusätzliche Eckrosetten), mit ein- und zweiflügeligen Rahmentüren, deren Füllungen zum Teil zur Belichtung des Flurs aus Glas bestehen und mit Parkettfußboden ausgestattet. Das Gebäude wurde in Jugendstil mit neoklassizistischen Ausdrucksformen errichtet.

Das öffentliche Interesse besteht durch die Verknüpfung mit der Entstehungsgeschichte des Ortsteils Nippes, durch die beschriebene, städtebauliche Situation und durch den kunsthistorischen Wert des Gebäudes selbst. Insbesondere wird auf die Einheit der historischen Bausubstanz des Ensemblebereichs Nippes hingewiesen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0