Wohnhaus
Schwerinstraße 3 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7977 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schwerinstraße 3, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.09.1996 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet um 1905. L-förmiger Grundriß. 3 Geschosse, 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch fassadenhohen Erker mit bekrönendem Balkon und großes Zwerchhaus mit rundbogig abschließendem Schweifgiebel. Die Putzfassade (bis heute, wie ursprünglich, ohne Anstrich) dekoriert mit Stukkaturen in Jugendstil-Formen. Haustür und Fenster original. Vorgarten mit originalem Einfriedungsgitter.
Rückseite backsteinsichtig, alle Fenster erneuert.
Rückseitig kleiner Hof.
Im Inneren original erhalten: Im Vestibül Terrazzoboden mit Rahmung und Mittelornament, Wandfliesen mit profiliertem oberem Abschluß, Wand- und Deckenstuck, Stützbogen; im Hausfluß gerahmter Terrazzoboden; Terrazzo-Treppe mit Antrittspfosten und Geländer in Holz; im 1. - 3. OG alle Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen Zimmertüren mit Gewänden, in straßenseitigen Zimmern Deckenstuck (profilierte Kehlung und Mittelornament, teilweise abgängig), Holzdielenböden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes zu einem bedeutenden Industrieort, der als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Nachdem rapides Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes seit etwa 1895 einen regelrechten Bauboom.
Erstmals wurden nun auch Gebiete nördlich der alten Achse Flora-/Mauenheimer Straße systematisch für eine Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser erschlossen. So entstand in der kurzen Zeit von 1900 bis 1905 zwischen Flora- und Nordstraße ein (überall nach Helden oder Schlachtorten der "Befreiungskriege" benanntes) Netz gänzlich neuer Straßen um das Zentrum der 1905 nach dem Entwurf von Fritz Encke geschaffenen großen rechteckigen Grünanlage Leipziger Platz. Die drei- oder viergeschossigen Privathäuser des neuen Viertels entsprachen mit ihren abwechslungsreich gestalteten repräsentativen Fassaden dem um die Jahrhundertwende sich vollziehenden Wandel des Industrieortes Nippes zum bürgerlichen Wohnort. Gegenüber der Einmündung der Schwerinstraße in die Gneisenaustraße liegt die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius (1913), der dominierende Sakralbau des Viertels. Vor allem in der kirchennahen südlichen Partie der Schwerinstraße sind auf beiden Seiten in annähernd geschlossener Folge erfreulich viele Zeugnisse der Erstbebauung erhalten geblieben. Das weitgehend im Originalzustand verbliebene Haus Nr. 3 ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Ensembles.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0