Wohn- u. Geschäftshaus

Schwerinstraße 1 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1727
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Schwerinstraße 1, 50733 Köln
Baujahr1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.11.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (=steil abfallender Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die im östlichen Teil von Nippes gelegene Schwerinstraße liegt im Ensemble-Bereich und weist im südlichen Teil überwiegend Originalbebauung auf.

Das um 1905-1910 erbaute Mietstockwerkhaus besitzt drei Geschosse und ein Dachgeschoß mit drei Schmuckgiebeln. Das Eckgebäude hat zur Gneisenaustraße fünf und zur Schwerinstraße drei Achsen. Die Stuckfassade ist durch zwei Erker plastisch gegliedert und dem späten Jugendstil zuzurechnen. Charakteristisch sind die mit Flachreliefs geschmückten Stuckbrüstungen sowie die senkrechte Gliederung der Fassade durch Fenster und rustizierte Ecken. Die Schmuckgiebel über der abgeschrägten Ecke und den beiden Erkern sind gerundet und weisen ebenfalls Stuckreliefs auf.

Die Fenster wurden größtenteils stilistisch ähnlich erneuert. Der Hauseingang ist mit Terrazzoboden, Wandfliesen in Jugendstil sowie Wand- und Deckenstuck (Gurtbögen und Rosetten) original erhalten geblieben. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt zu den Obergeschossen mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren sowie Stuckdecken.

Städtebaulich ist das gegenüber der St. Bonifazius-Kirche gelegene Eckgebäude ein unverzichtbarer Abschlußpunkt der historischen Fassadenstruktur der Schwerinstraße, vor allem aber der Gneisenaustraße, da gerade hier fast vollständig erhaltener Altbestand anzutreffen ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0