Wohn- u. Geschäftshaus
Bergisch Gladbacher Straße 105 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1603 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 105, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.09.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Das viergeschossige Miethaus mit Ladenlokal und Toreinfahrt wurde um 1905 errichtet. Es zeigt eine in den Obergeschossen symmetrische, dreiachsige Fassade mit einem breiten Mittelerker (je ein breites, rechteckiges, achtteiliges Fenster pro Geschoß), die mit flachem Jugendstil-Dekor verziert ist. Die Obergeschoßzone, die eine optische Einheit bildet, ist durch die Verteilung des Dekors (Quaderung, Reliefs, Girlanden) zugunsten des ersten bzw. zweiten Obergeschosses gewichtet. Die oberen zwei Obergeschosse sind durch je eine Lisene am Erker zusammengefaßt. Die erste und dritte Achse sind gleich gestaltet: Sie zeigen hochrechteckige sechsteilige Fenster mit sparsam dekorierter Einrahmung. Ein breites Band unter dem Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses trennt die Untergeschoßzone, wo sich in der Mitte ein Ladenlokal, links ein schmaler, hochrechteckiger Eingang und rechts eine Breite Tordurchfahrt befinden. Über einem schmalen Kranzgesims erheben sich - achsenbezogen - drei Dachgauben.
Städtebaulich bildet das Haus einen Bestandteil der Hausfront Bergisch Gladbacher Straße 101 - 109, die ein geschlossenes Ensemble ähnlicher (dreiachsig, Mittelerker, Ladenlokale im Erdgeschoß, Mansarddach), wenn auch individuell gestalteter, Häuser darstellt, was diesen Abschnitt dieser Hauptverkehrsstraße prägt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0