Wohn- u. Geschäftshaus

Bergisch Gladbacher Straße 103 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6462
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bergisch Gladbacher Straße 103, 51065 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1992
Stadtteil Mülheim

1905 inschr. dat., 4 Geschosse, 1 Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mansarddach, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil, in der Mittelachse 3geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (letzterer verändert). Haustür original, Fenster weitgehend nach historischem Vorbild erneuert. Im Innern original erhalten: im Vestibül und Flur rotgerahmter Terrazzoboden mit Mittelmotiv (Stern), im Vestibül ornamentierte Wandfliesen bis zur halben Höhe (auch den profilierten Stützbogen einbeziehend), Wand- und Deckenstuck, Terrazzotreppe, auf den Etagen schwarzgerahmter Terrazzoboden, mehrere Wohnungseingangstüren mit Laibungen (EG - 3. OG). Rückseite: backsteinsichtig, 2 seitliche 4geschossige Anbauten, teilweise originale Fenster. Nicht zum Denkmal gehört die 1geschossige ehem. Waschküche am westlichen rückwärtigen Anbau.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zu einer schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Industrieanlagen führte. Im Rahmen der Mülheimer Stadterweiterung wurde die Bergisch Gladbacher Straße 1882 als Alleestraße ausgebaut und noch heute zeugen Kölner Dreifensterhäuser mit historisierendem Fassadendekor und aufwendig im Jugengstil gestaltete Gebäude in einer für Mülheim und Köln ungewöhnlichen Dichte von der einstigen gründerzeitlichen Bebauung entlang dieser Verbindungsstraße nach Bergisch Gladbach. Obiges Wohn- und Geschäftshaus ist ein qualitätvolles Zeugnis dieser Erstbebauung und stellt folglich ein ortsgeschichtlich erhaltenswertes Denkmal dar. Als Bestandteil der Häuserzeile Bergisch Gladbacher Str. 101 - 109, die ein geschlossenes Ensemble ähnlicher (3achsig, Mittelerker, Ladenlokale im EG, Mansarddach), aber individuell gestalteter Häuser darstellt, wird es auch städtebaulich unverzichtbar. Im Gegensatz zu den übrigen schlichteren Mietshäusern für Arbeiter an dieser Straße entstanden in diesem Abschnitt vermehrt repräsentative Häuser des wohlhabenden Mülheimer Bürgertums mit großen Wohnungen (hier rückwärtig sogar mit zwei seitlichen Anbauten). Die im Dekor zurückhaltende Jugendstilfassade mit barocken Anklängen und originalen Ausstattungsteilen, wie die Haustür (mit Facettenschliffgläsern) bzw. die qualitätvollen Wandfliesen im Vestibül, machen obiges Gebäude auch baukünstlerisch zu einem erhaltenswerten Denkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0