Wohnhaus

Fridolinstraße 21 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1661
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Fridolinstraße 21, 50823 Köln
Baujahr1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.10.1983
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die nordsüdlich verlaufende Fridolinstraße ist auf den Simarplatz mit St. Peter ausgerichtet.

Das drei- bis viergeschossige Mietstockwerkhaus, mit voll ausgebautem Dachgeschoß, dokumentiert den Typ, der zur neuen Sachlichkeit tendiert mit Schmuckelementen in Stuck in einer noch verwendeten Putzfassade vor dem ersten Weltkrieg (1912). Charakteristisch ist auch der hoch aufsteigende, geschweifte Giebel über dem halbrunden, asymmetrisch vorgesetzten Mittelrisalit. Der Vorstadt-Charakter des Gebäudes wird durch einen schmalen Vorgarten mit originalem Gitterzaun unterstrichen.

Die glatt geputzte Fassade über dem rustizierten Stucksockel zeigt um die rechteckigen Fenster profilierte Struckrahmen, die in einem geraden Fensterbankgesims enden. Die Höhe dieses Gesimses wird im Erkerbereich durch ein umlaufendes Profil aufgenommen, welches hier die Geschosse unterteilt. Im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß sind oberhalb der Fenster in den Brüstungen nach drei Seiten mandelförmige Stuckornamente eingefügt, während das zweite Obergeschoß reicher diese Schmuckform auf den vier Fensterpfeilern wiederholt. Die originalen Holzfenster mit den von mehreren Sprossen unterteilten Oberlichtern blieben erhalten. Einen leichten Akzent setzt auch die Eingangstüre mit einem über dem Türgesims stehenden Oberlichtfensterchen.

Im Dachgeschoß wird der hohe, geschweifte Schmuckgiebel von drei gekuppelten Fenstern durchbrochen. Darüber liegt das augenförmige Lüftungsfenster des Spitzbodens. Zwei Dachgauben im Walmdach, die linke neu, belichten das voll ausgebaute Dachgeschoß.

Die Rückfront ist in Backstein gehalten und weist breite Balkone auf.

Der Eingang zeigt die reiche und gediegene Innenausstattung dieses Haustyps: Marmorfußboden und graue Wandfliesen, im Flurbereich Fußbodenfliesen, die mit dem einfachen Wandstuck eine Einheit bilden, die in der Terrazzotreppe mit Eisengeländer ihre Fortsetzung findet. Wohnungs- und Zimmertüren (zum Teil mit facettiertem Glas) sowie Stuckdecken mit Kehlleisten blieben erhalten.

Städtebaulich ist dieses gediegene Gebäude einbezogen in die zeitgenössische, umgebende Bebauung, die der ruhigen, baulich wenig gestörten Wohnstraße mit bürgerlichem Anspruch seinen zeittypischen Charakter verleiht. Das Gebäude ist ein unverzichtbares Dokument seines Baustils in einem gleichartigen Ensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0