Wohnhaus

Fridolinstraße 33 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4260
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Fridolinstraße 33, 50823 Köln
Baujahr1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.08.1987
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Gebäude wurde 1912 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 5-achsige, 3-geschossige Traufenhaus als Beispiel einer in der Tendenz rationalen, funktionellen Bauauffassung, dessen sparsam eingesetzte Ornamentik sich auf die Gestaltungsphase des klassizistischen Jugendstils bezieht. Die Fassade ist in sich folgendermaßen gegliedert: Gegenüber der zurückliegenden Ebene der beiden äußeren Achsen ist die 3-teilige Mitte in einer differenzierten Baukörperkomposition besonders hervorgehoben.

Das zusätzliche 3. OG ist zwerchhausartig in Höhe des Mansardgeschosses der beiden äußeren Achsen in die Dachlandschaft eingegliedert. Die beiden äußeren Achsen sind hier als Doppelfensterkomposition ausgebildet, die durch ornamentierte Lisenen und Horizontalgebälk zu einer Figuration vereinigt sind, die jeweils wie Flachrisalite wirken. Dadurch ist der Bezug zu den vollplastischen Risaliten im Bereich der drei Hauptgeschosse optisch hergestellt.

Diese sind durch großflächige Fensteröffnungen gegliedert, deren Sprossenteilung an eine Zwillingsfensterkomposition erinnert. Den erwähnten ornamentierten Lisenen entsprechen hier glatte Lisenen, die mit dem Traufgesims, das sich auch an den äußeren Achsen befindet, zu einer kompositorischen Einheit verbunden sind. Die mittlere Achse der erwähnten Mittelpartie des Hauses hält die Fluchtlinien der äußeren Achsen ein. Die versetzten Fensteröffnungen (Podestfenster) signalisieren das dahinter liegende Treppenhaus.

Entsprechend der unterschiedlichen Detailgestaltung ist auch hier eine Differenzierung zwischen den großformatigen Fenstern zu der kleinen, 3-teiligen Fenstergruppe unter dem Abschlußgesims festzustellen.

Das Eingangsportal ist durch eine Tempelgiebelkomposition besonders betont. Das profiliert gerahmte Tympanon ist vor die Ebene der beiden Risalite gezogen, so daß es mit dem dahinterliegenden Dach für den Eingangsbereich einen reellen Wetterschutz bietet.

Obwohl die Ornamentik nur sparsam eingesetzt wurde, kann infolge der dargestellten Baukörperkomposition eine außerordentlich noble Fassadengesamtgestaltung festgestellt werden. Die kleinteilige Sprossenteilung der Fenster, die schmiedeeisernen Balkongitter auf den beiden Risaliten sowie auch der schmiedeeiserne Vorgartenzaun sind hierbei wichtige Architekturdetails, welche die ästhetische Einheit der Fassade vervollständigen. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Terrazzoboden mit Mosaikkante, schwarz/weiße Marmorwandtäfelung, gedrechseltes Geländer mit Antrittspfosten, schmiedeeisernes Gitter zur Kellertreppe hin, zum Teil Wohnungstürabschlüsse, Zimmertüren, Stuckdecken.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Mehrfamilienhaus, da es die zweite Ausbauphase der Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Abseits der Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstanden in Neuehrenfeld jenseits der Eisenbahnlinie reine Wohngebiete. In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg wurde eine achsiale Straßenführung mit verschiedenen Plätzen angelegt und mit aufwendigeren Mietshäusern bebaut. Im Gegensatz zu der Bebauung im südlichen Teil Ehrenfelds mit bescheidenen und einfach ausgestatteten Mietsbauten für Bewohner, die in den anliegenden Industriebetrieben beschäftigt waren, wurde in dem nördlichen Gebiet schon aus standortbedingten Gründen anspruchsvollere Grundtsücke für Mieter mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen architetkonisch erschlossen.

Städtebaulich bedeutend ist das Haus als Bestandteil des historischen Ensemblebereichs von Neuehrenfeld. Zudem korrespondiert es aufgrund ähnlicher Bauauffassung und -komposition mit dem Haus Nr. 47. Im Vergleich zu dem Nachbarhaus Nr. 35 von gleichem Architekturentwurf ist die Veränderung der künstlerischen Konzeption durch Hinzufügung zweckgerichteter, entstellender Materialien der Neuzeit ablesbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0