Wohnhaus

Nordstraße 18 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1666
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nordstraße 18, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.10.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.

Das 1903 gebaute, zweiachsige Wohnhaus weist über dem hoch gelegenen Parterre (darunter Kellergeschoß) zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoß mit Ziergiebel und breiter Dachgaube aus. Der hoch liegende Keller mit zwei Fenstern zur Straße sowie das Parterre sind in flacher Rustika-Struktur gehalten. Ein schmales Zierstabband zum Fenster und hoch reichende Eingangstüre treten deutlich gegen den reicheren Fassadenschmuck der Obergeschosse aus geschwungenen Fensterüberdachungen im ersten Obergeschoß und mit Bandornamenten geschmückten Fensterstürzen im zweiten Obergeschoß zurück. Hinzu kommt die plastische Gliederung durch einen über den beiden Fensterachsen des Erdgeschosses sich erhebenden, zweigeschossigen Erker, der im Dachgeschoß in einem Balkon endet. Stuckeinrahmungen der Fenster, senkrechte Bänder über beide Obergeschosse sowie ein quader-artiger Brüstungsfries im ersten Obergeschoß und stukkierte Wandflächen. Die beiden Obergeschosse werden durch die durchlaufenden Horizontalen des kranzgesimses und die beiden Gesimse im Bereich der Brüstung im ersten Obergeschoß zusammengefaßt. Ein Ziergiebel mit Schmuckmaske, Blütendekor und überkrönender Sonne zeugen von der Naturbezogenheit des Jugendstils.

Die rückwärtige Fassade ist in Ziegelmauerwerk mit gelben Ziegelornamenten und Stichbogenfenstern versehen.

Durch die hoch gelegene, originale Eingangstüre (vier Stufen) erreicht man die gewendelte Terrazzotreppe mit Eisengeländer, die zu den Wohnungen mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren führt: Es haben sich allerdings nur wenige Stuckdecken erhalten. Bemerkenswert ist die Marmorplattierung in Brüstungshöhe im Eingangsbereich, ergänzt durch Bodenfliesen und einfachen Deckenstuck.

Die Nordstraße ist eine relativ ruhige Wohnstraße, deren ursprünglicher Charakter sich noch in der erhaltenen Erstbebauung zeigt. Das Haus ist ein Teil einer weitgehend erhaltenen Straßenzeile und ist daher im städtebaulichen Ensemble, aber auch als historisches Baudokument unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0