Wohnhaus
Siebengebirgsallee 25 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1677 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 25, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.10.1983 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz und unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethoven-Park) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee weist in ihrem nördlichen Teil eine relativ einheitliche Miethausbebauung für das gehobene Bürgertum aus den Jahren vor dem ersten Weltkrieg aus.
Das um 1912 von Architekt J. Körfer erbaute Mietstockwerkhaus besitzt drei Geschosse und drei Achsen. Es ist in spätklassizistischem Jugendstil erbaut, der diesem, hinter einem Vorgarten gelegenen, Miethaus einen zurückhaltenden, aus Putz- und Stuckdekor bestehenden Fassadenschmuck zuweist.
Über einem Kellersockel ist das Erdgeschoß bis zum Stockwerkgesims horizontal gebändert. Rechts befinden sich zwei gekuppelte, hochrechteckige Fenster, in der Mitte ein für die Zeit typischer, hier jedoch runder Vorbau mit drei schmalen Fenstern, die, wie alle Fenster des Hauses, stilrichtig erneuert wurden. Links ist schließlich die (originale) Eingangstüre mit einem darüber liegenden Treppenhausfenster angeordnet. Zurückhaltender Dekor mit seitlichen Kassetten, einem Sturzgesims und überwölbendem Rundbogen mit Stuckornamentik betonen den Eingang.
Im ersten Obergeschoß erscheint über dem Eingang das (versetzte) Treppenhausfenster. Der runde Vorbau erhält durch einen Brüstungsfries und senkrechte, pilasterartige Rundbänder mit mittlerer Perlleiste einen dekorativen Akzent, der durch eine medaillonartige Brüstungskartusche in der Mitte verstärkt wird. In der rechten Achse findet man den für diese Zeit typischen Wechsel zwischen Rauh- und Glattputz (glatte Bänder im rauhen Putz); dieses Motiv wird auch über den Treppenhausfenstern (glatter Abschlußbogen in Rauhputz) und am Runderker mit einem glatten, horizontalen Band, das in einen Balkon mit niedrigem Gitter übergeht, wiederholt. Neben dem Balkon ist im dritten Obergeschoß rechts ein Fenster angeordnet. Über beidem erhebt sich der Schmuckgiebel mit kurzem Gesims und zwei weiteren, kleinen Fenstern im Dachgeschoß. Die rückwärtige Fassade ist verputzt. Der Anbau ist mit einem kombinierten Sattel- und Flachdach gedeckt.
Im Inneren ist der Originalbestand erhalten geblieben: Wohnungs- und Zimmertüren sowie einfache Stuckdecken. Das sehr bemerkenswerte Treppenhaus besitzt eine eichene Holztreppe mit -geländer und Antrittspfosten, vor allem sind jedoch der Marmorboden aus bräunlichen Platten und die Vertäfelung der Treppenhauswand bis Brüstungshöhe (aus dem gleichen Material) sehr aufwendig. Dies ist selbst für die Erbauungszeit und für die Lage ein relativ hoher Luxus.
Städtebaulich ordnet sich das Gebäude in die etwa gleichalterige und gleichartige Bebauung der Siebengebirgsallee ein, der runde Vorbau ist eine Sonderform der hier sonst geraden Risalite. Das Haus ist ein unverzichtbares Dokument innerhalb der überwiegend original erhaltenen Wohnbebauung des Straßenabschnitts.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0