Wohnhaus
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches, mit Grün durchwachsenes Wohnen vor 1914.
Die um 1912 errichtete kunsthistorisch außerordentlich aufschlußreiche Wohnhausgruppe von sieben Mietstockwerksbauten ist ein frühes Dokument einer Baukonzeption, die nicht mehr das einzelne Gebäude, sondern die Baugruppe als Gestaltungseinheit sieht. Im Gegensatz zur gleichzeitig bereits beginnenden Siedlungsplanung (Bickendorf I und Bickendorf II) löst sich die Architektur hier weder von der städtischen Straßenführung, noch stellt sie das Projekt in einen stärkeren sozialen Bezug. Vielmehr wird durch den qualitativ hochwertigen Innenausbau der Häuser das Repräsentative betont, wobei man allerdings durch Vereinheitlichung von Haus- und Innentüren, Fenster und Treppenhäusern gestalterische und wirtschaftliche Vorteile nutzt. Bemerkenswert sind die hier erstmals in der Straßenfassade liegenden Treppenhäuser, die wechselnd teilweise von Metallrahmenfenster, teilweise von Holzfenstern belichtet werden. Gemeinsam ist auch allen Häusern ein zwei- bis dreiachsiger rechteckiger Erker, der über drei Geschosse reicht. Alle Fassaden sind verputzt und zeigen eine einfache, sich nur auf eine vorsichtige Stuckfurnierung beschränkende Stuckgliederung. Außerordentlich wichtig ist die Gestaltung der Dächer, bei denen der zeittypische asymmetrisch aufstehende hohe Giebel mit Walmdächern abwechselt. Auch die rückwärtigen Fassaden sich verputzt und werden durch breite Balkone aufgelockert. Der Innenausbau wurde ebenfalls vereinheitlicht, wobei bereits auf die gleichen Haus-, Wohnungs- und Zimmertüren in allen Bauten - natürlich nach den Funktionen unterschiedlich gestaltet - hingewiesen wurde. Die Eingänge zeigen Marmorverkleidung an den Wänden und als Bodenbelag; die Terrazzotreppen haben teilweise Holz- und teilweise Eisengeländer. Haus Nr. 17 ist ein drei- bis viergeschossiger Putzbau mit Stuckornamenten und fünf Achsen. Giebel als Walmdach, Fenster und Haustür erneuert. Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Treppenhausfenster in Metall (Buntglas). Stuckdecken. Haus Nr. 19 ist ein drei- bis viergeschossiger Putzbau mit Stuckornamenten. Fünf Achsen, hoher Giebel, Treppenhausfenster in Holz, Fenster original, Haustür original, Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Wohnungstüren teilweise original. Originale Stuckdecken. Haus Nr. 21 ist ein viergeschossiger Putzbau mit vier Achsen und Stuckgliederung. Walmdachgiebel wie Nr. 17 und Nr. 23, Fenster und Haustür original. Sehr schönes Treppenhausfenster in Buntglas. Terrazzotreppe mit Holzgeländer. Haus Nr. 23 korrespondiert mit Haus Nr. 25 und ist ein drei- bis viergeschossiger Putzbau mit Stuckgliederung. Fünfachsige Fassade mit Walmdach. Eckiger, zweiachsiger Erker über drei Geschosse mit Balkon im DG. Originale Treppenhausfenster. Fenster stilrichtig erneuert. Originale Haustür; Eingang mit Marmorverkleidung. Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Weitgehend originale Türen. Haus Nr. 25 fällt durch einen halbrunden Erker deutlich aus dem formalen Kanon der bisherigen Bauten (ab Nr. 17) heraus, in dem es an Stilelementen des Hauses Nr. 15 anknüpft. Der hohe Giebel korrespondiert mit Haus Nr. 19 bzw. dem Nachbarhaus Nr. 27. Originale Fenster. Treppenhaus mit Holzfenstern. Eingang in Marmor wie Nachbarbauten. Die Terrazzotreppe besitzt hier ein Holzgeländer (entsprechend den Treppenhausfenstern). Stuckdecken und Wohnungstreppen original. Haus Nr. 27 korrespondiert mit Haus Nr. 25 durch den hohen Giebel, allerdings besitzt der Erker hier wieder einen eckigen Grundriß. Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung. Originale Holzfenster. Die Fassade hat fünf Achsen und ist drei- bis viergeschossig. Treppenhausfenster in Stahl korrespondiert zur Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Haustür original, Wohnungstüren teilweise erneuert. Marmorverkleidung wie vorhergehende Bauten. Das Haus Nr. 29 besitzt drei bis vier Geschosse und fünf Achsen. Erker und hoher Giebel wie Haus Nr. 25, mit dem es korrespondiert. Treppenhaus demgemäß mit Holzfenster, die Terrazzotreppe weist ein Holzgeländer auf. Die Fenster sind teilweise erneuert. Der Innenausbau gleicht dem der Häuser 15 bis 27. Städtebaulich ist hier der Beginn einer gebäudeübergreifenden Planung in Köln (noch vor 1914) festzustellen, die teilweise aus der Fixierung neuer Bauvorschriften, teilweise jedoch auch aus der Zurückdrängung des Repräsentativen zugunsten eines größeren Wohnkomforts herrührt. Das Hinterhaus wird vermieden. In der Gestaltung werden die Mittel sparsam und differenziert eingesetzt. Die Bebauungsdichte wird gelockert. Alle Häuser besitzen kleine Vorgärten.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2776- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Siebengebirgsallee 23 , 50939 Köln
- Stadtteil
- Klettenberg
- Baujahr
- um 1912
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 04.12.1984
- Koordinaten
50.91434° N, 6.92794° E