Wohnhaus
Siebengebirgsallee 21 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2417 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 21, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.05.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches, mit Grün durchwachsenes Wohnen von 1914.
Um 1912 errichtete kunsthistorisch außerordentlich aufschlußreiche Wohnhausgruppe mit sieben Mietstockwerksbauten ist ein frühes Dokument einer Baukonzeption, die nicht mehr einzelne Gebäude, sondern die Baugruppe als Gestaltungseinheit sieht. Im Gegensatz zur gleichzeitig bereits beginnenden Siedlungsplanung (Bickendorf I und Bickendorf II) löst sich die Architektur hier weder von der städtischen Straßenführung, noch stellt sie das Projekt in einen stärkeren sozialen Bezug. Vielmehr wird durch den qualitativ hochwertigen Innenausbau der Häuser das Repräsentative betont, wobei man allerdings durch Vereinheitlichung von Haus- und Innentüren, Fenstern und Treppenhäusern gestalterische und wirtschaftliche Vorteile nutzt. Bemerkenswert sind die hier erstmals in der Straßenfassade liegenden Treppenhäuser, die wechselnd teilweise von Metallrahmenfenster, teilweise von Holzfenstern belichtet werden. Gemeinsam ist auch allen Häusern ein zwei- bis dreiachsiger rechteckiger Erker, der über drei Geschosse reicht. Alle Fassaden sind verputzt und zeigen eine einfache, sich nur auf eine vorsichtige Strukturierung beschränkende Stuckgliederung. Außerordentlich wichtig ist die Gestaltung der Dächer, bei denen der zeittypische, asymmetrisch aufstehende Giebel mit Walmdächern abwechselt. Auch die rückwärtigen Fassaden sind verputzt und werden durch breite Balkons gelockert. Der Innenausbau wurde ebenfalls vereinheitlicht, wobei bereits auf die gleichen Haus-, Wohnungs- und Zimmertüren in allen Bauten - natürlich nach den Funktionen unterschiedlich gestaltet - hingewiesen wurde. Die Eingänge zeigen Marmorverkleidung an den Wänden und als Bodenbelag; die Terrazzotreppen haben teilweise Holz-, teilweise Eisengeländer.
Drei- bis viergeschossiger Putzbau mit vier Achsen und Stuckgliederung Walmdachgiebel wie Nr. 17 und Nr. 23. Fenster und Haustür original. Sehr schönes Treppenhaus in Buntglas. Terrazzotreppe mit Holzgeländer. Städtebaulich ist hier der Beginn einer Gebäude-übergreifenden Planung in Köln (noch vor 1914) festzustellen, die teilweise aus der Fixierung neuer Bauvorschriften, teilweise jedoch auch aus der Zurückdrängung des Repräsentativen zugunsten eines größeren Wohnkomforts herrührt. Das Hinterhaus wird vermieden. In der Gestaltung werden die Mittel sparsam und differenziert eingesetzt. Die Bebauungsdichte wird gelockert. Alle Räume besitzen kleine Vorgärten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0