Wohnhaus
Hansaring 43 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1680 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hansaring 43, 50670 Köln |
| Baujahr | 1888 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.10.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des Ringstraßengebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmaunern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Der Hansaring wurde erst relativ spät (nach 1885) baulich erschlossen.
Das 1888 erbaute Gebäude stellt ein vollständig erhaltenes Beispiel der ursprünglichen, repräsentativen Ringbebauung dar und ist im Stil der Renaissance gehalten. Das Erdgeschoß ist als gedrücktes Sockelgeschoß stark rustiziert, die seitlich in die vierte Achse gesetzte Eingangstüre reicht mit dem hohen, rundbogigen Oberlicht bis ins Hochparterre. Dies ist in flacher Quaderung stuckiert und überläßt den reichen, plastischen Schmuck den darüber liegenden Geschossen. Diese erhalten ihre Akzentuierung durch einen einfensterigen Erker im ersten Obergeschoß, der mit Brüstungsfries, kannellierten Pfeilern und Architrav geschmückt ist und im zweiten Obergeschoß durch die Balkon-Balustrade abgeschlossen wird. Darüber erhebt sich mit Halbsäulenvorlagen, Architrav und stark plastischem Segmentgiebel, der bis ins Mezzanin reicht, die Umrahmung der Balkontüre, gekrönt von reichem Figurenschmuck unter dem Kranzgesims. Die drei übrigen Achsen weisen im ersten Obergeschoß über dem geraden Fenstersturz Dreieckgiebel, im zweiten über den Rundbogenfenstern gerade Fenstergesimse auf mit stark plastischer Umrahmung. Das Mezzanin im dritten Obergeschoß ist als begrünender Abschluß mit Festons und Löwenköpfen ornamentiert, darüber liegt schließlich das stark vorkragende Kranzgesims. Ein Festonfries im ersten Obergeschoß sowie Fensterbankgesimse im zweiten und dritten gliedern die Fassade in der Horizontalen.
Im Inneren ist der sehr aufwendige Eingangsbereich mit Marmorboden, Wandstuck aus kannellierten Pfeilern und Rundbögen, Deckenstuck und Bodenfliesen im Treppenhaus (Kunststein mit Eisengitter) erhalten geblieben. Deckenstuck auch in den Räumen des Hochparterre und ersten Obergeschoß, zum Teil alte Wohnungs- und Zimmertüren).
Die rückwärtige Fassade des hauptbaus ist mit Backsteinfassade und schmiedeeisernem Balkongitter weitgehend erhalten geblieben.
Das Gebäude Hansaring 43 steht an städtebaulich bevorzugter Stelle auf der Nordseite des Rings gegenüber dem im Grünen gelegenen Rest der alten Stadtmauer. Zur Linken sind die Häuser Nr. 37 und 41 erhalten geblieben. Auch die wieder hergestellte Allee-Bepflanzung wertet die gute Wohn- und Gewerbelage auf, deren bauliche Qualitäten durch das signifikante Beispiel des o.g. Gebäudes begründet wurden. Seine Maßstäblichkeit und Repräsentanz sind ein unverzichtbares Erbe der Gründerzeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0