Wohnhaus

Ottostraße 7 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1713
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ottostraße 7, 50823 Köln
Baujahr1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.10.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Ottostraße liegt mit der vollständig erhaltenen, davon abgehenden Hüttenstraße im Ensemble-Bereich Ehrenfelds.

Das zweigeschossige, vierachsige Wohnhaus ist trotz seiner scheinbaren Einfachheit ein handwerklich sehr bedeutsamer Bau, weil seine Ziegelsteinfassade sich völlig aus genau abgestimmten Formstein-Elementen zusammensetzt. Diese in Preußen unter F. Schinkel entwickelte Technik setzt eine außerordentlich maßgenaue Anfertigung der hier mit abgeschrägten Kanten versehenen Steine voraus, die in verschiedenen Ausformungen Fassadenstruktur und -schmuck ergeben. Über einem stuckierten Sockel mit horizontalem Fugenschnitt steht die Ziegelfassade des Erd- und ersten Obergeschosses mit fast gleichen, von Stichbogen überwölbten, hohen Fenstern. Seitlich begleiten Formsteine mit halbrundem Kantenstab die Gewände, während der Sturz durch einen gemauerten Bogen mit einem Schlußstein gebildet wird. Im Brüstungsbereich des ersten Obergeschosses sind in den Fensterachsen zwischen einem Fenster und einem Deckengesims Schmuckplatten in Keramik, dem Material der Fassade, angebracht. Das Ornament, Festons mit Blumenschmuck, ist bei allen Platten gleich. Die Holzfenster sind original.

Über einem Kranzgesims aus glatten Formsteinen, das ein Kniestock verbirgt, steht in Fassaden-Mitte ein zweifensteriger, zinnenbekrönter Schmuckgiebel. Die Zwischenpfeiler, auf Konsolen aufliegend, durchstoßen das hier unterbrochene Dachgesims. Die Dachgauben des schiefergedeckten Mansarddachs sind neu. Der Architekt dieses Hauses (Schumm) war auch Planer der Häuser in der angrenzenden Hüttenstraße.

Der Eingang wurde in neuerer Zeit verlegt, so daß nur sein hinterer Teil mit Holztreppe, Holzgeländer und Terrazzofußboden original erhalten blieb. Originale Wohnungstüren sowie teilweise Zimmertüren, vor allem aber raumumspannende, sehr ausgeprägte Stuckdecken der vorderen Räume im historisierenden Stil der Fassade sind durchaus erhaltenswert.

Städtebaulich ist das kurze Teilstück der Ottostraße zwischen Bundesbahn und Subbelrather Straße ein vollständig erhalten gebliebenes Relikt der Erstbebauung vor der Jahrhundertwende. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein mit leichten Veränderungen erhalten geblieben.

Die charaktervollen Fassaden der Häuser 1 - 7 hinter schmalen Vorgärten stellen ein schon von weitem sichtbares Ensemble dar, dessen Teilstücke unverzichtbare Dokumente Alt-Ehrenfelds sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0