Wohnhaus
Ottostraße 5 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4608 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ottostraße 5, 50823 Köln |
| Baujahr | 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1988 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das mehrteilige Wohnhaus, von Baumeister Schumm erstellt, ist 1896 inschriftlich datiert. Baukünstlerisch ist die Stuckfassade des 3-geschossigen und 6-achsigen Wohnhauses ein in der Gegend von schönsten Beispielen herrschaftlichen Neo-Renaissance-Stilistik, die in seltsamer Weise auch die Kölner Vororte erreichte. An die langen Fugenschnitte des Erdgeschosses, das in Stürzzonen der Fenster und am Einfahrtstor mit Schlußstein-Medaillon belegt ist, folgt die mit Klinkersteinen verkleidete Fassade der oberen zwei Geschosse. Die dorischen Säulen mit Tympanon-Dreieck-Giebeln an den Seiten und der Akroternen-Bekrönung in der Mittelachse sind im ebenfalls herrschaftlich gestalteten 2. Obergeschoß durch rechteckige Rahmungen der Fenster mit Stiermziegel abgelöste.
Die Fruchtgehänge, gestaltet als fliegende Bänder in den Brüstungsfeldern des Hauptgeschosses, knüpften an die Emblematik der Schlußsteine im unteren Bereich zu.
Das Einfahrtstor führt zu dem Hallendurchgang mit Stuckdekken und Polastereinschnitten an den Seitenwölbungen.
Im Hof befinden sich die mehrteiligen, 2-stöckigen Zusatzgebäude, die wahrscheinlich als Unterkunft für die Bediensteten und Wirtschftsanlagen funktionierten. Die funktionalistischen Klinkerfassaden sind hier mit Sturzwölbungen der Fenster und Sohlkränzen verziert. Aus dem ehemaligen Kranzgesims ist hier eine Zahnschnittleiste übrig geblieben.
Im Hausinneren ist der Terrazzoboden mit Fabrikanteneinlagen auch an einzelnen Podesten verziert. Die Holztreppe aus der Erstbebauungszeit ist durch einen Antrittspfosten und ein gedrechseltes Geländer begleitet. Einige Fenster im Treppenhaus, sowie die geschnitzten Wohntüren im 2. Geschoß und andere Baudetails, sind noch vorwiegend in ursprünglicher Fassung und Durchführung erhalten geblieben. In den zwei Hauptzimmern zur Straße sind auch am Erdgeschoß die Stuckdecken noch vorhanden.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend für die Geschichte Köln-Ehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort, da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlung gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die vollen Stadtrechte. Nach der Einrichtung der Bahnstation sowie der Post- und Telegraphenstation im Jahre 1863 entstanden 1874 die katholische Pfarrkirche St. Joseph und 1876 die evangelische Friedenskirche. Im Jahre 1880 wurde des Ehrenfelder Rathaus fertiggestellt. Der systematische Ausbau von einzelnen Schulgebäuden begann 1863. Die parallel zur Gürtellinie führende Ottostraße war um die Jahrhundertwende von der Subbelrather Straße ausgehend mit Belegen der anspruchsvollen Wohnbauten belegt, wobei besonders am Anfang der Straße einzelne schöne Beispiele der letzten Welle des Kölner Historismus erhalten geblieben sind.
Städtebaulich hebt sich das mit Vorgarten und originaler Einfriedung hervorgehobene hochherrschaftliche Bauobjekt aus seiner eher bescheidenen gestalteten Wohngegend raus. Einzelne kunsthistorische Zitate sind aber auch an den Nachbarhäusern (so z. B. Ottostr. 3, baugeschichtlich auch Nr. 9 und weiter) abzulesen. Das Erscheinungsbild des Kölner Historismus ist so in seiner ursprünglichen Form auch in Ehrenfeld anschaulich, rekonstruierbar und so auch heute noch voll erlebbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0