Wohnhaus
Wilhelmstraße 38 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1716 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wilhelmstraße 38, 50733 Köln |
| Baujahr | 1888 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.10.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Wilhelmstraße wird von der Neusser Straße in einen östlichen und einen westlichen Teil zerschnitten, wobei der östliche Teil die ältere Bebauung aufweist.
Das zweigeschossige, dreiachsige Wohnhaus besitzt eine Backsteinfassade, die mit historisierenden Stuckelementen geschmückt ist. Das Gebäude wurde 1888 erbaut und ähnelt barocken, niederdeutschen Vorbildern. Die starke Axialität wird durch das mit einem zusätzlichen Rundbogen geschmückte Fenster des ersten Obergeschosses sowie den darüber liegenden, zweifensterigen Ziergiebel mit geschweiftem, oberen Abschlußgesims erzeugt, in das sich auch das verkröpfte Dachgesims einordnet. Barock-Kartuschen in den von Stuckrahmen umgebenen Fenstern des Erdgeschosses, die darüber liegenden, schmalen Decken- und Fenstergesimse sowie die Stuckumrahmungen der Fenster des Obergeschosses mit hochgesetzten, auf Konsolen aufliegenden Gesimsen, lehnen sich eng an barocke Vorbilder an. Die Fenster mit Oberlicht und zwei Wendeflügeln wurden stilrichtig erneuert. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein ausgeführt.
Im Inneren wird im Eingangsbereich das niederdeutsche Vorbild durch Fußbodenfliesen, Holzvertäfelung der Seitenwände und stuckierte Kehlleisten an der Decke fortgeführt. Die Holztreppe mit Holzgeländer führt zu den Obergeschossen, wo sich die Wohnungs- und Zimmertüren original erhalten haben.
Städtebaulich erscheint der östlich der Neusser Straße gelegene Teil der Wilhelmstraße als einer der ältesten von Nippes. Hier dokumentiert die schmale Parzellierung in der Gabelung zum alten Flurweg (Florastraße) fast noch dörfliche Siedlungsansätze. Innerhalb des auch die Wilhelmstraße einschließenden Ensemble-Bereichs von Nippes ist die Häuserzeile Wilhelmstraße / Ecke Gartenstraße, zu der auch dieses Gebäude gehört, eine unter Denkmalschutz stehende Fassadenzeile, die für den Charakter des gesamten Straßenzugs unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0