Wohn- u. Geschäftshaus

Wilhelmstraße 40 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2881
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Wilhelmstraße 40, 50733 Köln
Baujahrum 1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.03.1985
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Wilhelmstraße ist eine alte Wohn- und Geschäftsstraße im Zentrum des Ensemblebereich von Nippes.

Das um 1885 erbaute 2geschossige, später auf drei Geschosse ausgebaute Wohn- und Geschäftshaus ist mit seiner 3achsigen Fassade ein typisches Beispiel des rheinischen Dreifensterhauses. Die Backsteinfassade zeigt im 1. OG eine sparsam-klassizistische Stuckgliederung, wie sie für die frühen kleinbürgerlichen Bauten in Nippes typisch sind. Die Fenster sind original; die Haustür wurde sehr einfühlsam erneuert. Über dem kräftigen Dachgesims wurde leider ein weiteres Halbgeschoß aufgesetzt. Im Innern blieben die typischen Elemente des historischen Nippeser Wohnhauses erhalten: bunt gemusterte Fliesen im vorderen Teil des Eingangs, während im hinteren Bereich diagonal verlegte schwarz-weiße Quadratplatten vorhanden sind. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein gehalten (originale Mauereinfriedung). Die Holztreppe mit Holzgeländer führt in die OGs, von denen das erste die originalen Wohnungs- und Zimmertüren aufweist. Das Haus Nr. 40 ist mit der Nr. 38 als Doppelhaus angelegt, was die Ähnlichkeit der (bei Nr. 38 verändert erhaltenen) Fassaden und die Zusammenfassung der Hinterhäuser beweisen. Städtebaulich ist die fast unverändert erhalten gebliebene historische Fassadenfolge von Nr. 42 bis Nr. 32 von erheblicher Bedeutung, dokumentiert sie doch Maßstab und Formenvielfalt des Historismus in für Köln exemplarischer Weise.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0