Wohnhaus

Alpenerstraße 13 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1730
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Alpenerstraße 13, 50825 Köln
Baujahr1902 bis 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.11.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Alpenerstraße am Rand Ehrenfelds ist ein Dokument früher, geschlossener Sammelbebauung.

Das dreigeschossige, dreiachsige Mietstockwerkhaus von 1903 ist im Erdgeschoß in Stuck, in den Obergeschossen in roten und gelben Ziegeln ausgeführt. Das Erdgeschoß ist mit horizontalen Fugen rustiziert, die unterschiedlich breite Bänder mit glatter und rauher Oberfläche trennen. Links sitzen die beiden hochrechteckigen Fenster mit Stichbogen nahe zusammengerückt in den Achsen, während rechts die Haustüre (mit originaler Türe) nahe zur Brandwand geschoben ist. Im Sokkelbereich und über den Fenstern als Architrav nehmen breite Stuckbänder die Höhen des Nachbarhauses auf. In den Obergeschossen sind in der Ziegelfassade die Fenster durch rote Formziegel mit angeformten Rundstäben eingefaßt. Im Brüstungsbereich des zweiten Obergeschosses hat der Architekt (R. Habring) ein triforium-artiges Schmuckelement aus Formsteinbogen eingefügt. Der seitliche Fassadenrand sowie die Zone des Kranzgesimses werden ebenfalls mit roten Ziegelbändern hervorgehoben. Dachgesims in zahnschnittartigen Formsteinen.

Die Dachzone des hohen, relativ senkrecht verlaufenden Ziegeldachs ist zweigeschossig ausgebaut, was offensichtlich der originalen Diktion entspricht. Die gleiche Dachform findet sich nämlich auch bei allen Nachbarhäusern, die derart einheitlich, jedoch nicht mit gleichen Fassaden, von einer Baugesellschaft errichtet wurden.

Die Fenster sind im ersten Obergeschoß original alt, in den übrigen Geschossen stilistisch ähnlich erhalten geblieben. Die rückwärtige Fassade ist in Ziegelstein mit Streifenornamentik ausgeführt. Die erdgeschossige Hinterhausbebauung läßt noch Platz für ein kleines Höfchen. Der Hauseingang weist den zeittypischen, ornamentierten Terrazzoboden, Stukkrosette an der Decke sowie Holztreppe mit Holzgeländer auf. Die Zimmertüren und Decken in den Wohnungen (Kehlleisten) blieben erhalten.

Städtebaulich ist die geschlossene Zeile der Alpenerstraße ein sehr zeittypisches Ensemble historisierender Miethausbebauung in der Vorstadt, die die Entwicklung des Kölner Dreifensterhauses dokumentiert. Das Haus ist mit seinen gleichartigen Nachbarbauten ein unverzichtbarer Teil dieses relativ vollständig erhaltenen Ensembles.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0